Michel Barnier und David Davis | Bildquelle: REUTERS

Brexit-Verhandlungen Nicht viel mehr als ein Fototermin?

Stand: 17.07.2017 20:07 Uhr

Die Brexit-Verhandlungen sind in die zweite Runde gegangen. In den kommenden Tagen werden Expertengruppen Papiere auswerten und über die Rechte von EU-Bürgern und Briten verhandeln. Ein Foto der Unterhändler sorgt schon jetzt für ein bisschen Aufregung.

Von Karin Bensch, ARD-Studio Brüssel

Es ist ein interessantes Foto, das im Internet kursiert. Zu sehen ist ein gläserner Arbeitstisch. An der einen Seite sitzen EU-Chefunterhändler Michel Barnier und seine Mitarbeiter mit Papierstapeln vor sich. Auf der anderen Seite: der britische Chefunterhändler David Davis und seine Leute - vor der leeren Tischplatte.

Auf Twitter war gleich eine Diskussion losgebrochen, ob die Briten überhaupt etwas mitgebracht hätten. Ungeklärt ist, ob die Unterlagen noch in der Tasche von David Davis waren oder nicht. Man müsse jetzt die jeweiligen Positionen offenlegen und miteinander vergleichen, um gute Fortschritte zu machen, hatte Barnier zuvor gesagt.

Unterhändler treffen sich zu Brexit-Verhandlungen in Brüssel
tagesschau 20:00 Uhr, 17.07.2017, Markus Preiß, ARD Brüssel

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Am Donnerstag soll Bilanz gezogen werden

Davis sorgte mit seinem Blitzbesuch für Verwunderung. Er verließ die Stadt bereits gegen Mittag schon wieder. Manche munkelten, er sei lediglich für die Fototermine erschienen. Doch die Arbeit in der zweiten Verhandlungsrunde erledigen nicht die Chefs, sondern die Mitarbeiter.

Expertengruppen wälzen Papiere, stecken Positionen ab und verhandeln Kompromisse. Es geht um die Rechte von EU-Bürgern in Großbritannien und von Briten in der EU nach dem Brexit, aber auch um die Geldforderungen der Union an Großbritannien und die schwierige Grenzfrage auf der irischen Insel. "David und ich werden die ganze Woche über in Kontakt stehen und wollen am Donnerstag Bilanz ziehen", sagte Barnier freundschaftlich.  

Es geht um bis zu 100 Milliarden Euro

Für Ärger hat bereits der britische Vorschlag zu den Rechten von EU-Bürgern in Großbritannien gesorgt. Sie sollen nach dem Brexit - mit viel bürokratischem Aufwand - einzeln Aufenthaltsgenehmigung beantragen. Laut Großbritannien sollen EU-Bürger, die sich seit mindestens fünf Jahren im Land aufhalten, dort auch weiter leben und arbeiten können. Ein Datum, ab wann diese Frist beginnen soll, wurde allerdings nicht genannt.

Ebenso blieb unklar, was das für EU-Bürger bedeutet, die noch nicht so lange in Großbritannien leben, und wie ein Familiennachzug geregelt werden könnte. Streit bahnt sich auch an, wenn es ums Geld geht. Die EU verlangt von den Briten finanzielle Verpflichtungen zurück, die sie während der EU-Mitgliedschaft eingegangen sind. Das betrifft zum Beispiel Förderprogramme, Rentenverpflichtungen und sonstige offene Rechnungen. Bis zu 100 Milliarden Euro sollen auf der Abschlussrechnung stehen. Bislang sind die Briten nicht bereit, die Summe zu zahlen. "Für uns ist es unglaublich wichtig, dass wir jetzt gute Fortschritte machen", sagte Davis.

In den kommenden Tagen verhandeln also die Experten hinter den Kulissen. Am Donnerstag dann sollen die beiden Chefunterhändler wieder die Bühne betreten.

Zweite Runde der Brexit-Verhandlungen hat begonnen
Karin Bensch, WDR Brüssel
17.07.2017 19:58 Uhr

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Über dieses Thema berichtete die Tagesschau am 17. Juli 2017 um 20:00 Uhr.

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