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Brasilien

Brandkatastrophe in Brasilien

233 Menschen sterben bei Feuer in Diskothek

Ganz Brasilien steht unter Schock: Bei einem Feuer in einer Diskothek starben mindestens 233 Menschen. Nach Angaben der Feuerwehr waren viele Ausgänge der Disko verschlossen. Die meisten Opfer erstickten am Qualm. Die Regierung ordnete Staatstrauer an.

Von Julio Segador, ARD-Hörfunkstudio Südamerika

Es ist die schlimmste Brandkatastrophe in einem Nachtklub in Brasilien. Das ganze Land steht nach dem Flammeninferno in der Diskothek "Kiss" im südbrasilianischen Santa Maria unter Schock. Mehr als 200 Opfer sind bislang aus dem Club  geborgen worden, die Polizei bestätigte 233 Tote.

Verheerender Disko-Brand im Süden Brasiliens
J. Segador, ARD Buenos Aires
27.01.2013 18:31 Uhr

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Eine Opferzahl, die Staatspräsidentin Dilma Rousseff sichtlich bewegte, als sie den Familien der Opfer ihr Mitgefühl aussprach. "Ich möchte allen Brasilianern und den Bewohnern von Santa Maria sagen: In diesem Moment der Trauer sind wir alle bei Ihnen", sagte sie. "Und wir werden dies gemeinsam überstehen - selbst wenn wir jetzt tief traurig sind."

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Unglück in Brasilien

Unglück in Brasilien

Bei einem Brand in der Disko "Kiss" im brasilianischen Santa Maria sterben mehr als 200 Menschen. "Ich bin 40 Jahre bei der Feuerwehr, aber eine Tragödie solchen Ausmaßes habe ich noch nicht gesehen", sagt ein Feuerwehrmann. (Foto: dapd)

Das Feuer in der Diskothek brach gegen halb drei frühmorgens aus. Zeugen berichteten, dass gerade eine Musik- und Tanzgruppe auf die Bühne gekommen war. Danach nahm die Tragödie ihren Lauf, sagt Coronel Guido de Melo, der Einsatzleiter der Feuerwehr in Santa Maria. Er sieht mehrere Gründe: "Wir wissen inzwischen, dass dort Feuerwerkskörper gezündet wurden. Diese setzten vermutlich die Dämmung in der Diskothek in Brand. Dadurch entstand ein Feuer mit giftigen Gasen." Und weiter: "Man muss sich das einmal vorstellen, die zünden in einem so engen Klub Feuerwerkskörper. Das muss eine brutale Hitze gewesen sein."

Danach spielten sich dramatische Szenen ab. Zeugen berichteten, dass viele Gäste der Disko in Richtung der Toiletten flüchteten, weil sie dachten, dass dort ein Ausgang sei. Dieser Weg entpuppte sich dann aber als Sackgasse. Die Rettungskräfte fanden dort viele der niedergetrampelten und erstickten Opfer. Und noch etwas ist für die hohe Opferzahl verantwortlich: Nach Angaben der Feuerwehr waren viele Ausgänge der Disko verschlossen.

Hunderte Tote und Verletzte nach Brand in Diskothek
tagesthemen 22:45 Uhr, 27.01.2013, Karin Feltes, SWR

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"Einige Gäste, die in der Disko waren, erzählten uns, dass die Sicherheitsleute des Klubs die Ausgänge zugesperrt hatten", berichtet Colonel de Melo. "Damit verhinderten sie, dass die Leute schnell rauskommen konnten. Es gab Tumulte und eine große Panik. Ich war da drin und habe die Leichen gesehen, die übereinander lagen, in der Nähe der Ausgänge. Die meisten starben an Vergiftung durch den Qualm. Nur wenige verbrannten."

Derzeit sind die Rettungskräfte noch damit beschäftigt, Leichen aus der Diskothek zu bergen. Es dürfte noch Stunden dauern, bis eine endgültige Opferzahl vorliegt. Die Stadtspitze von Santa Maria ordnete eine 30-tägige Trauer an.

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Santa Maria liegt im südlichen Bundesstaat Rio Grande do Sul.

Stand: 28.01.2013 01:48 Uhr

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