Unglück in Brasilien (Bildquelle: dapd)

Unglück in Brasilien Mindestens 245 Tote nach Brand in Diskothek

Stand: 27.01.2013 17:04 Uhr

Bei einem Brand in einer Diskothek in der brasilianischen Stadt Santa Maria sind nach Angaben der Feuerwehr mindestens 245 Menschen ums Leben gekommen. Die Einsatzkräfte befürchten angesichts der unübersichtlichen Lage vor Ort, dass es mehr Opfer geben wird. Ein Polizeisprecher sagte, durch das Feuer in der Diskothek "Kiss" sei Panik ausgebrochen. Die Opfer seien erstickt oder zu Tode getreten worden. Mindestens 200 Menschen wurden bei dem Unglück verletzt.

Viele Tote bei Brand in brasilianischer Disko
tagesschau 16:57 Uhr, 27.01.2013, Karin Feltes, SWR

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"Nur rausgekommen, weil ich sehr kräftig bin"

Das Feuer brach nach bisherigen Angaben gegen 2.00 Uhr Ortszeit aus. Grund war nach bisherigen Erkenntnissen der Einsatzkäfte ein Feuerwerk, das eine Band während einer Live-Show angezündet hatte.

Funken hätten das Dämmmaterial der Decke des Clubs entzündet. Es entwickelten sich hochgiftige Dämpfe. Medienberichten zufolge sollen sich zum Zeitpunkt der Katastrophe Hunderte junge Menschen in dem Gebäude aufgehalten haben. Es soll sich um eine Studentenparty gehandelt haben. Nach Ausbruch des Feuers drängten die Frauen und Männer in Richtung Ausgang. "Ich bin nur rausgekommen, weil ich sehr kräftig bin", sagt ein Überlebender. In der 270.000-Einwohner-Stadt Santa Maria ist eine der größten öffentlichen Universitäten des Landes.

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Unglück in Brasilien

Unglück in Brasilien

Bei einem Brand in der Disko "Kiss" im brasilianischen Santa Maria sterben mehr als 200 Menschen. "Ich bin 40 Jahre bei der Feuerwehr, aber eine Tragödie solchen Ausmaßes habe ich noch nicht gesehen", sagt ein Feuerwehrmann. (Foto: dapd)

Einsatz noch nicht abgeschlossen

Das Gebäude soll nur einen Ausgang gehabt haben. Die Feuerwehr ist noch immer damit beschäftigt, Leichen aus den Trümmern zu bergen. Auf Bildern vom Brandort ist zu erkennen, dass die Einsatzkräfte für die Lösch- und Bergungsaktion ein großes Loch in die Wand des Gebäudes schlugen. "Ich bin 40 Jahre bei der Feuerwehr, aber eine Tragödie solchen Ausmaßes habe ich noch nicht gesehen", sagte ein Feuerwehrmann.

Vor der Disko versammelten sich zahlreiche Menschen, die ihre Angehörigen unter den Opfern vermuteten. Die brasilianische Präsidentin Dilma Roussef brach vorzeitig den EU-Lateinamerika-Gipfel in Chile ab. "Ich möchte den Brasilianern und der Bevölkerung von Santa Maria sagen, dass wir in diesem traurigen Moment zusammenstehen", erklärte sie sichtlich bewegt in Santiago de Chile. Sie sagte den Angehörigen und Opfern Hilfe zu.

Am Rande des Gipfels kondolierte Bundeskanzlerin Angela Merkel Rousseff, wie ein Regierungssprecher mitteilte. Auch Bundesaußenminister Guido Westerwelle sprach den Brasilianern sein "tief empfundenes Mitgefühl" aus. "Ich bin zutiefst bestürzt über dieses furchtbare Unglück", erklärte er.

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Santa Maria liegt im südlichen Bundesstaat Rio Grande do Sul.

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