Krise in südamerikanischem Land Regierungskoalition in Brasilien geplatzt

Stand: 29.03.2016 20:51 Uhr

In Brasilien ist die Regierungskoalition von Präsidentin Rousseff geplatzt. Ihr Koalitionspartner, die rechtsliberale PMDB, beschloss den Austritt aus dem Bündnis mit Rousseffs linker Arbeiterpartei. Damit spitzt sich die politische Krise in dem Land weiter zu.

Der wichtigste Koalitionspartner von Brasiliens Staatspräsidentin Dilma Rousseff verlässt die Regierung und verschärft damit die tiefe politische Krise des Landes. Die Führung der Partei der demokratischen Bewegung (PMDB) beschloss, die Koalition zu verlassen.

Amtsenthebungsverfahren gegen Rousseff

Dies könnte die Amtsenthebung von Rousseff wahrscheinlicher machen. Ein entsprechendes Verfahren läuft bereits wegen angeblicher Haushaltstricks und Ungereimtheiten bei ihrer Wahlkampagne 2014. Außerdem belastet sie ein Skandal um das staatliche Energieunternehmen Petrobras.

Beobachter rechnen damit, dass Rousseff bereits in wenigen Wochen in dem mehrstufigen Verfahren für zunächst 180 Tage suspendiert werden könnte - wenn Abgeordnetenhaus und Senat zustimmen. Dann würde Vizepräsident und PMDB-Chef Michel Temer die Amtsgeschäfte übernehmen.

PMDB zieht Minister ab

Seit 2003 ist die von Vizepräsident Temer geführte PMDB Partner der regierenden linken Arbeiterpartei. Die PMDB zieht auch ihre verbliebenen sechs Minister aus der Regierung zurück. Henrique Alves hatte bereits am Montag bereits seinen Rücktritt als Tourismusminister eingereicht. Auch gehören der Partei mehr als 60 Abgeordnete an.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 29. März 2016 um 01:30 Uhr.

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