Gewalt in Brasilien | Bildquelle: dpa

Proteste gegen Präsident Temer Gewalt in Brasilien eskaliert

Stand: 25.05.2017 03:28 Uhr

Die Proteste in Brasilien gegen Präsident Temer sind eskaliert: In der Hauptstadt Brasilia griffen 35.000 Demonstranten Ministerien an. Die Regierung reagierte mit einem Militäreinsatz. Auch im Parlament kam es zu Tumulten.

Bei Protesten gegen Brasiliens Präsidenten Michel Temer haben aufgebrachte Demonstranten Feuer im Agrarministerium gelegt und in weiteren Ministerien für Verwüstungen gesorgt. Schwarze Rauchwolken standen über dem Regierungsviertel in Brasilia, nach Angaben der Polizei hatten sich dort 35.000 Menschen versammelt. Die Polizei setzte Tränengas ein, mehrere Ministerien wurden evakuiert. Rund 30 Menschen sollen Berichten zufolge verletzt worden sein. Einige Demonstranten warfen mobile Toiletten um und legten Brände.

Erneute Ausschreitungen in Brasilien
tagesschau 09:55 Uhr, 25.05.2017

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Angesichts der eskalierenden Gewalt ordnete Präsident Temer den Einsatz des Militärs an. Die insgesamt 1500 Soldaten sollten Regierunsggebäude in Brasilia schützen. Als Temers Beschluss in der laufenden Kongresssitzung bekannt wurde, kam es zu tumultartigen Szenen und Handgreiflichkeiten, die Opposition um die linke Arbeiterpartei warf Temer eine Eskalation und Militarisierung vor.

Gewalt in Brasilien | Bildquelle: dpa
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Ein Polizist und ein Demonstrant während der Proteste in Brasilia

Temers Partner bekennt sich nicht

Die Demonstranten fordern Temers Rücktritt und rasche Neuwahlen. Tasso Jereissati, Interimschef der Sozialdemokraten (PSDB), des größten Koalitionspartners, vermied ein Bekenntnis zu dem durch einen neuen Korruptionsskandal schwer in Bedrängnis geratenen Politiker.

Die Proteste in Brasilia waren die heftigsten seit Langem. In der Hauptstadt sind alle Ministerien und der Kongress rund um eine große Fläche, die "Esplanada dos Ministérios", angeordnet, auf der sich die Menschen versammelten und "Temer raus" skandierten. Aufgerufen zu den Protesten hatten Gewerkschaften und soziale Bewegungen.

Gewalt in Brasilien | Bildquelle: dpa
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Hubschrauber über dem Regierungsviertel in Brasilia. Die Regierung setzt nun auch Militär gegen die Demonstranten ein.

Schweigekartell in Korruptionsaffäre?

Temer hatte 2016 die des Amtes enthobene linke Präsidentin Dilma Rousseff abgelöst - er hatte sich als ihr Vizepräsident mit der Opposition verbündet und so die notwendigen Mehrheit für die Absetzung erreicht.

Als "Brandbeschleuniger" der Proteste gegen den 76-Jährigen wirkte aber ein letzte Woche publik gewordner Mitschnitt: Dabei geht es um ein heimlich mitgeschnittenes Gespräch zwischen Temer und dem Besitzer des weltgrößten Fleischkonzerns JBS. Die Firma soll über Jahre Politiker bestochen haben. In einem Vergleich zahlte JBS 65 Millionen Euro. Die Aufnahmen nähren den Verdacht von Schweigegeldabsprachen, damit Ex-Parlamentspräsident Eduardo Cunha, der bereits im Gefängnis sitzt, nicht sein Wissen über das ganze Korruptionsnetzwerk preisgibt. Temer soll zudem für seine letzte Wahlkampagne von JBS 4,2 Mio Euro erhalten und eine 280.000 Euro davon in die eigene Tasche gesteckt haben. Temer lehnt einen Rücktritt ab.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 25. Mai 2017 um 04:56 Uhr.

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