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09.09.2010

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Ausland
Dutzende Tote bei Bränden in Russland
Seit Wochen anhaltende Gluthitze

Dutzende Tote bei Bränden in Russland

Bei verheerenden Waldbränden durch die seit Wochen anhaltende Gluthitze sind in Russland mindestens 25 Menschen ums Leben gekommen. Ganze Dörfer mit den traditionellen Holzhäusern brannten nieder, weshalb Präsident Dmitri Medwedjew die Armee im Kampf gegen die Flammen zu Hilfe rief. Er forderte die Regierung auf, die Maßnahmen zur Brandbekämpfung zu verbessern und Hilfen für den Wiederaufbau bereitzustellen. Das Verteidigungsministerium wies er an, Mittel und Personal für die Brandbekämpfung zur Verfügung zu stellen, wie seine Sprecherin mitteilte.

Ministerpräsident Putin in der Region Nischni-Nowgorod (Foto: dpa) Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: Ministerpräsident Putin tröstet Betroffene der Brände in der Region Nischni-Nowgorod vor Ort. ]
Regierungschef Wladimir Putin besuchte gemeinsam mit Katastrophenschutzminister Sergej Schoigu das Dorf Werchnjaja Wereja, einen der am schwersten betroffenen Orte der Region Nischni-Nowgorod. In der Region östlich der russischen Hauptstadt starben neun Menschen. In dem Dorf Werchnjaja Wereja hatte das Feuer gestern binnen 20 Minuten alle 340 Häuser zerstört; mehr als 500 Menschen verloren ihr ganzes Hab und Gut.

Sämtliche Häuser niedergebrannt

Das russische Fernsehen zeigte Aufnahmen einer Straße, in der sämtliche Häuser bis auf die Grundmauern niedergebrannt waren. Putin versuchte, die verzweifelten Einwohner zu beruhigen. Einer verängstigten Einwohnerin sicherte er zu, dass die Häuser bis zum Winter wiederaufgebaut sein würden - dann beugte er sich zu der überraschten Frau und umarmte sie.

Minister Schoigu und lokale Beamte wies der Regierungschef an, sich bei der Hilfe nicht durch bürokratische Vorgaben stoppen zu lassen. Den Einwohnern sicherte er rasche Entschädigungen zu. Sie sollen jeweils 200.000 Rubel (5000 Euro) und damit das Vierfache der gesetzlich vorgeschriebenen Summe erhalten, wie die Nachrichtenagentur ITAR-TASS berichtete.

Viele Tote in verschiedenen Regionen

Das abgebrannte Dorf Mochowoje (Foto: dpa) Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: In dem abgebrannten Dorf Mochowoje wurden sieben Leichen gefunden. ]
In Mochowoje, einem ebenfalls gestern niedergebrannten Dorf der Region Moskau, wurden unterdessen die Leichen von sechs Einwohnern und einem Feuerwehrmann entdeckt, wie das Katastrophenschutzministerium mitteilte. Ein weiterer Feuerwehrmann kam beim Einsatz im Gebiet Lipezk ums Leben. Südöstlich von Moskau, in der Region Rijasan, starben drei weitere Menschen.

In der Region Woronesch, rund 500 Kilometer südwestlich von Moskau, wurden mindestens fünf Menschen getötet und Hunderte weitere verletzt, viele von ihnen erlitten schwerste Verbrennungen. Hunderte Häuser wurden dort ein Raub der Flammen. In der Stadt Woronesch mussten drei Krankenhäuser in aller Eile evakuiert, mehrere Ferienlager geräumt werden.

Hitzewelle seit Anfang Juli

Den europäischen Teil Russlands plagt seit Anfang Juli eine beispiellose Hitzewelle. In Moskau war es gestern mit 38,2 Grad Celsius so heiß wie noch nie seit Beginn der Wetteraufzeichnungen vor 160 Jahren, dichter Smog hüllt die Stadt ein. Durch die extrem hohen Temperaturen stehen in der Umgebung der Hauptstadt zahlreiche Wälder und Torfmoore in Flammen. Die zulässigen Grenzwerte für die Luftverschmutzung wurden durch die Feuer um das Zehnfache überschritten. Starke Winde verschlimmerten die Situation weiter. Nach Angaben des Chefs des Moskauer Wetterdienstes, Alexej Lijachow, lagen die Temperaturen acht Grad über dem Durchschnitt - und machten damit den diesjährigen Juli zum heißesten seit 130 Jahren.

Stand: 30.07.2010 18:12 Uhr
 

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