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Terror in Syrien

Mindestens 15 Tote bei Autobombenanschlag

Bei einem Bombenanschlag in einer Vorstadt von Damaskus sind in der Nacht nach Angaben der staatlichen syrischen Nachrichtenagentur Sana mindestens 15 Menschen getötet worden. Der Sprengsatz sei in einem Fahrzeug nahe dem palästinensischen Flüchtlingslager in Al Sbeineh explodiert.

Der Bericht schrieb den Anschlag bewaffneten Terroristen zu. Die Regimemedien verwenden diese Bezeichnung unter anderem für die Rebellen, die gegen die Truppen von Präsident Baschar al Assad kämpfen. Weitere Einzelheiten wurden nicht genannt.

Karte: Syrien
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Karte: Syrien

Derweil wies der neue internationale Sondergesandte für Syrien, Lakhdar Brahimi, der Regierung von Präsident Baschar al Assad die Hauptverantwortung für die Beilegung des Konflikts zu. Alle Parteien müssten die Gewalt beenden, sagte Brahimi bei seinem Amtsantritt am Samstag in einem Interview dem Fernsehsender Al Arabija. Jedoch habe die Regierung "eine größere Rolle und Verantwortung" bei der Beilegung der Feindseligkeiten.

"Es ist die Pflicht der Regierung, unter allen Umständen die Sicherheit ihres Volkes zu gewährleisten", erklärte Brahimi in dem Interview. Eine Debatte über ein militärisches Eingreifen durch arabische oder internationale Truppen in Syrien halte er aber für verfrüht. Denn das "würde das Scheitern des politischen Prozesses" bedeuten.

Neuer UN-Sondergesandter für Syrien Lakhdar Brahimi tritt Amt an
tagesschau 20:00 Uhr, 01.09.2012, Thomas Aders, ARD Kairo

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In dem Interview räumte Brahimi ein, noch keine konkreten Ideen zur Beilegung des Syrien-Konflikts zu haben. "Ich kann nichts tun, außer auf die Notwendigkeit für ein Ende der Gewalt hinzuweisen", sagte der Algerier. Brahimis Vorgänger als Syrien-Sondergesandter, Kofi Annan, hatte das Amt Anfang August niedergelegt. Der frühere UN-Generalsekretär hatte dem UN-Sicherheitsrat mangelnde Unterstützung vorgeworfen.

Lawrow: Westen ist "naiv"

Brahimi betonte, dass er seine Mission nur "mit der vollen und klaren Unterstützung des UN-Sicherheitsrates" erfüllen könne. Dieser ist in der Frage des Umgangs mit Damaskus gespalten: Auf der einen Seite steht der Westen, der ein härteres Vorgehens gegen Syrien fordert, auf der einen Seite steht der Syrien-Verbündete Russland, der mit Unterstützung von China eine härtere Gangart ablehnt.

Russlands Außenminister Sergej Lawrow nannte es "naiv", wenn der Westen und die arabische Welt erwarteten, dass Assad den Kampf um wichtige Städte als erster aufgeben werde. Wer Assad aufrufe, seine Truppen zurückzuziehen, dies von den Aufständischen aber nicht verlange, verfolge "ein unausführbares Modell".

Deutschland will den Druck auf die UN-Vetomächte Russland und China aufrechterhalten, um die Blockade im Sicherheitsrat aufzulösen. Die Bundesregierung werde nicht aufgeben, sich für eine gemeinsame Haltung des Gremiums einzusetzen, sagte Außenminister Guido Westerwelle (FDP) in Kuwait. Das würde einer Aufgabe des syrischen Volkes gleichkommen. Deutschland hat im September den Vorsitz im Sicherheitsrat inne.

Unterdessen lieferten sich Aufständische und Regierungstruppen in der Wirtschaftsmetropole Aleppo erneut heftige Gefechte.

Stand: 03.09.2012 11:46 Uhr

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