Löschflugzeug über Israel | Bildquelle: REUTERS

Kampf gegen Brände in Israel Netanyahu dankt Abbas

Stand: 26.11.2016 23:20 Uhr

Israel hatte in vielen Fällen die Palästinenser für die Großbrände verantwortlich gemacht. Nun schlägt Premier Netanyahu versöhnlichere Töne an. Er dankte Palästinenserpräsident Abbas für die Hilfe seiner Feuerwehren im Kampf gegen die Flammen.

Nach den fünf Tage andauernden Großbränden hat Israels Regierungschef Benjamin Netanyahu dem Palästinenserpräsidenten Mahmud Abbas für palästinensische Hilfe beim Kampf gegen die vielen Großbrände in Israel und dem Westjordanland gedankt.

Netanyahu habe Abbas angerufen, teilte sein Büro mit. Während des Gesprächs habe er Dankbarkeit darüber ausgedrückt, dass die Palästinenser acht Feuerwehrwagen und 40 Einsatzkräfte nach Israel geschickt haben. "Netanyahu schätzt auch die Tatsache, dass Juden und Araber Opfer der Feuer in ihren Häusern aufgenommen haben", hieß es in der Mitteilung.

Auch Oppositionsführer Izchak Herzog dankte den Palästinensern und äußerte die Überzeugung, "dass aus dieser Tragödie ein Schimmer der Hoffnung erwächst, dass die Dinge anders sein können".

Feuerwehrmann in einem Dorf nahe Jerusalem | Bildquelle: AFP
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In einem Dorf nahe Jerusalem kämpft ein Feuerwehrmann gegen die Flammen.

Festnahmen wegen versuchter Brandstiftung

Israels Armee nahm nach eigenen Angaben im Westjordanland bisher zehn Palästinenser fest, die an versuchten Brandstiftungen beteiligt gewesen sein sollen. Die Festnahmen erfolgten im Verlauf der vergangenen Tage, teilte eine Armeesprecherin mit. Polizeisprecher Micky Rosenfeld sagte, 13 Tatverdächtige seien festgenommen worden, ohne sich zu Herkunft oder Motiv zu äußern.

Netanyahu hatte am Freitag gesagt, es bestehe kein Zweifel daran, dass es sich in vielen Fällen um Brandstiftung handelte: "Terror und Brandstiftung haben ihren Preis, und wir werden ihn fordern."

Siedler fliehen vor Bränden

Hunderte jüdische Siedler im israelisch besetzten Palästinensergebiet Westjordanland flohen vor den verheerenden Bränden. Die Häuser von etwa 1000 Bewohnern der Siedlung Halamisch bei Ramallah mussten evakuiert werden, sagte eine Polizeisprecherin. 45 Häuser seien durch die Flammen zerstört oder beschädigt worden.

Brände wurden auch aus den im Westjordanland gelegenen Siedlungen Dolev, Alfei Menasche und Karnei Schomron gemeldet. Evakuierungen gab es dort jedoch nicht. Zwei Menschen erlitten bei einem Großfeuer in der Siedlerstadt Maale Adumim schwere Rauchverletzungen, wie israelische Medien berichten.

Löschflugzeuge aus Israel, Russland, der Türkei, Griechenland, Frankreich, Spanien und Kanada warfen weiterhin tonnenweise Wasser und flammenhemmende Mittel auf die Feuer ab, unter anderem bei der Ortschaft Nataf nahe Jerusalem.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 25. November 2016 um 23:43 Uhr

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