Bäume in einem Wohnviertel der israelischen Hafenmetropole Haifa gehen in Flammen auf. | Bildquelle: AFP

Brände in Israel außer Kontrolle Flammen als Waffe?

Stand: 24.11.2016 22:23 Uhr

Israel kämpft derzeit gegen mehrere Großbrände. Die Regierung spricht von einem "Terrorismus der Brandstiftung". Am schlimmsten betroffen ist die Hafenmetropole Haifa im Norden des Landes. 60.000 Menschen mussten in Sicherheit gebracht werden.

Schon seit Tagen wüten in Israel viele Großbrände - in der Hafenstadt Haifa hat sich die Lage dramatisch zugespitzt. Es seien sowohl Wohnhäuser als auch Einrichtungen wie Schulen und Universitäten evakuiert worden, sagte eine Sprecherin der drittgrößten Stadt des Landes. "Insgesamt mussten wir 60.000 Einwohner in Sicherheit bringen - das ist beispiellos für Haifa", sagte Bürgermeister Jona Jahav. Der Polizeisprecher Micky Rosenfeld sagte, die Bewohner von acht Stadtteilen seien aufgefordert worden, wegen sechs verschiedener Brände ihre Häuser zu verlassen.

Israel kämpft gegen mehrere Großbrände
tagesschau 12:00 Uhr, 25.11.2016, Markus Rosch, ARD Tel Aviv

Download der Videodatei

Wir bieten dieses Video in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Videodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Video einbetten

Nutzungsbedingungen Embedding Tagesschau: Durch Anklicken des Punktes „Einverstanden“ erkennt der Nutzer die vorliegenden AGB an. Damit wird dem Nutzer die Möglichkeit eingeräumt, unentgeltlich und nicht-exklusiv die Nutzung des tagesschau.de Video Players zum Embedding im eigenen Angebot. Der Nutzer erkennt ausdrücklich die freie redaktionelle Verantwortung für die bereitgestellten Inhalte der Tagesschau an und wird diese daher unverändert und in voller Länge nur im Rahmen der beantragten Nutzung verwenden. Der Nutzer darf insbesondere das Logo des NDR und der Tageschau im NDR Video Player nicht verändern. Darüber hinaus bedarf die Nutzung von Logos, Marken oder sonstigen Zeichen des NDR der vorherigen Zustimmung durch den NDR.
Der Nutzer garantiert, dass das überlassene Angebot werbefrei abgespielt bzw. dargestellt wird. Sofern der Nutzer Werbung im Umfeld des Videoplayers im eigenen Online-Auftritt präsentiert, ist diese so zu gestalten, dass zwischen dem NDR Video Player und den Werbeaussagen inhaltlich weder unmittelbar noch mittelbar ein Bezug hergestellt werden kann. Insbesondere ist es nicht gestattet, das überlassene Programmangebot durch Werbung zu unterbrechen oder sonstige online-typische Werbeformen zu verwenden, etwa durch Pre-Roll- oder Post-Roll-Darstellungen, Splitscreen oder Overlay. Der Video Player wird durch den Nutzer unverschlüsselt verfügbar gemacht. Der Nutzer wird von Dritten kein Entgelt für die Nutzung des NDR Video Players erheben. Vom Nutzer eingesetzte Digital Rights Managementsysteme dürfen nicht angewendet werden. Der Nutzer ist für die Einbindung der Inhalte der Tagesschau in seinem Online-Auftritt selbst verantwortlich.
Der Nutzer wird die eventuell notwendigen Rechte von den Verwertungsgesellschaften direkt lizenzieren und stellt den NDR von einer eventuellen Inanspruchnahme durch die Verwertungsgesellschaften bezüglich der Zugänglichmachung im Rahmen des Online-Auftritts frei oder wird dem NDR eventuell entstehende Kosten erstatten
Das Recht zur Widerrufung dieser Nutzungserlaubnis liegt insbesondere dann vor, wenn der Nutzer gegen die Vorgaben dieser AGB verstößt. Unabhängig davon endet die Nutzungsbefugnis für ein Video, wenn es der NDR aus rechtlichen (insbesondere urheber-, medien- oder presserechtlichen) Gründen nicht weiter zur Verbreitung bringen kann. In diesen Fällen wird der NDR das Angebot ohne Vorankündigung offline stellen. Dem Nutzer ist die Nutzung des entsprechenden Angebotes ab diesem Zeitpunkt untersagt. Der NDR kann die vorliegenden AGB nach Vorankündigung jederzeit ändern. Sie werden Bestandteil der Nutzungsbefugnis, wenn der Nutzer den geänderten AGB zustimmt.

Einverstanden

Zum einbetten einfach den HTML-Code kopieren und auf ihrer Seite einfügen.

Laut den Rettungskräften mussten einige Menschen gegen ihren Willen aus ihren Häusern gebracht werden. Bei den Löscharbeiten in Haifa setzt Israel auch die Armee ein. Zwei Bataillone der Rettungseinheit seien in die Brandgebiete verlegt worden, teilte das Militär mit. Auch Soldaten der Reserve seien aufgerufen worden, Polizei und Feuerwehr beim Kampf gegen die Flammen und bei der Evakuierung zu helfen.

Menschen flüchten vor einem Großbrand in Israels Hafenmetropole Haifa. | Bildquelle: AP
galerie

Menschen flüchten vor einem Großbrand in Israels Hafenmetropole Haifa.

"Terrorismus der Brandstiftung"

Grund für die Feuer sind eine anhaltende Dürre und starke Winde. Die Polizei ermittelt aber auch wegen Brandstiftung. "Es ist klar, dass viele Brände gezielt gelegt wurden und wir es mit einem Terrorismus der Brandstiftung zu tun haben", sagte der Minister für öffentliche Sicherheit, Gilad Erdan, am Abend an der Seite von Regierungschef Benjamin Netanyahu in Haifa. Es habe mehrere Festnahmen gegeben. "Jeder Brand, der gezielt gelegt wurde oder nach einem Aufruf zum Hass angezündet wurde, ist in jeder Hinsicht ein Terrorakt, wird als solcher behandelt und mit aller nötigen Härte bestraft", sagte Netanyahu.

Palästinenser bieten Hilfe an

Zugleich begrüßte er ein Angebot der Palästinensischen Autonomiebehörde, vier Löschfahrzeuge zur Hilfe zu schicken. Das Angebot werde geprüft, sagte Netanyahu. Bildungsminister Naftali Bennett von der rechtsradikalen Partei "Jüdisches Heim" erklärte: "Nur die, denen das Land nicht gehört, sind fähig, es in Brand zu stecken." Vertreter der Araber in Israel nannten Unterstellungen, jemand aus ihrer Gemeinschaft habe das Feuer gelegt, rassistisch.

Mittlerweile unterstützen Italien, Kroatien, Griechenland, die Türkei und Zypern die Behörden im Kampf gegen die Flammen. Auch Russlands Präsident Wladimir Putin habe Netanyahu bei einem Telefonat die sofortige Entsendung von zwei riesigen Löschflugzeugen zugesagt, teilte dessen Büro mit.

Ein Löschflugzeug im Tiefflug über der israelischen Großstadt Haifa. | Bildquelle: AFP
galerie

Ein Löschflugzeug im Tiefflug über der israelischen Großstadt Haifa.

Brände auch um Nazareth und Jerusalem

Die Brände lodern in mehreren Landesteilen, darunter in der Gegend um Nazareth und Jerusalem. Aufgrund des starken Windes ist zu befürchten, dass sie noch bis in die nächste Woche hinein wüten werden.

Brände in Israel: 60.000 verlassen ihre Häuser in Haifa
T. Teichmann, ARD Tel Aviv
24.11.2016 17:07 Uhr

Download der Audiodatei

Wir bieten dieses Audio in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Audiodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 24. November 2016 um 17:00 Uhr.

Darstellung: