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Urteil im Giftmordprozess in China
"Umgewandelte" Todesstrafe für Politikergattin
Ein chinesisches Gericht hat die Frau des in Ungnade gefallenen Politikers Bo Xilai, wegen Mordes verurteilt. Gegen Gu Kailai wurde eine bedingte Todesstrafe verhängt. Das sagte der Anwalt der Familie des ermordeten Geschäftsmannes Neil Heywood, He Zhengsheng, der der Urteilsverkündung in Hefei beigewohnt hatte. Eine bedingte Strafe wird gewöhnlich nach einigen Jahren in eine lebenslängliche Haft umgewandelt.
Die frühere Staranwältin hatte den Mord an dem britischen Geschäftsmann Heywood gestanden. Ein als Komplize mitbeschuldigter Hausangestellter wurde zu neun Jahren Gefängnis verurteilt. Ausländische Journalisten waren von der Urteilsverkündung ausgeschlossen.
Internationale Aufmerksamkeit
Gu soll mit Hilfe des Geschäftsmannes Neil Heywood versucht haben, Geld ins Ausland schaffen. Als der Plan aufzufliegen drohte, soll sie den Briten vergiftet haben - um die Karriere ihres Mannes Bo Xilai zu retten.
Der Prozess in der ostchinesischen Hafenstadt Hefei erregte internationale Aufmerksamkeit, weil Bo lange als aussichtsreicher Kandidat für höchste Aufgaben in der führenden Kommunistischen Partei galt. Ob Bo in den Mordfall verwickelt war, bleibt offen.
Nach Bekanntwerden der Mord-Affäre, die in der regierenden kommunistischen Partei hohe Wellen schlug, verlor Bo Xilai sämtliche politischen Ämter - darunter den Sitz im mächtigen Politbüro.
Urteil im Mordprozess gegen chinesische Funktionärsgattin
A. Dorloff, RBB Peking
20.08.2012 06:58 Uhr
Stand: 20.08.2012 04:46 Uhr
