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Mit Autobomben sollten heute offenbar israelische Diplomaten angegriffen werden. In Indien wurden vier Menschen verletzt, in Georgien konnte der Sprengsatz rechtzeitig entschärft werden. Israels Premier beschuldigte den Iran - das Land sei der größte Terror-Exporteur der Welt.
Von Torsten Teichmann, ARD-Hörfunkstudio Tel Aviv
Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat umgehend den Iran als Drahtzieher verantwortlich gemacht - als Drahtzieher einer Explosion in Neu Delhi und eines versuchten Anschlag in der georgischen Hauptstadt Tiflis. In beiden Fällen waren offenbar Angestellte der israelischen Botschaft das Ziel. "Der Iran, der hinter diesen Anschlägen steht, ist der größte Terror-Exporteur der Welt. Die israelische Regierung und ihre Sicherheitsdienste werden weiterhin mit den lokalen Sicherheitsdiensten gegen diese Terroranschläge zusammenarbeiten", sagte Netanjahu.
Die indische Polizei hatte zuerst nur von einem brennenden Auto in der Straße der israelischen Botschaft berichtet. Jetzt gehen die Beamten aber offenbar von einem Anschlag aus: Bei der Explosion in Neu Delhi wurde die Frau des israelischen Militärattachés verletzt. Sie werde medizinisch behandelt, hieß es.
Ein Vertreter der Botschaft in Indien sprach als erster von einem Bombenanschlag. Der Sprengsatz war offenbar unbemerkt am Auto der Diplomatenfamilie befestigt worden - vielleicht durch einen Motorradfahrer. Auf Fernsehbildern ist der weiße, brennende Minivan in unmittelbarer Nähe des Botschaftsgebäudes zu sehen.
Dagegen wurde in Georgien ein Anschlag vereitelt: Dort hatte ein Mitarbeiter der israelischen Botschaft einen Sprengsatz an seinem Fahrzeug rechtzeitig entdeckt. Die Bombe wurde entschärft, teilte das Innenministerium in Tiflis mit.
Was sind die Hintergründe? Die erste Vermutung war, es bestehe ein Zusammenhang mit der Tötung eines libanesischen Hisbollah-Führers. Der Anschlag in Damaskus liegt genau vier Jahre zurück und wird dem israelischen Geheimdienst zugeschrieben. Die Hisbollah hatte Rache geschworen. Israel wies die Vorwürfe stets zurück.
Da die Hisbollah bei Politikern in Israel als verlängerter Arm des Irans gilt, heißt es nun, das Regime in Teheran sei der Drahtzieher. Damit tragen die Ereignisse zur ohnehin gespannten Situation bei. Auch Außenminister Avigdor Liebermann gibt sich überzeugt: "Wir können genau identifizieren, wer für diesen Anschlag verantwortlich ist, wer ihn organisiert hat. Und wir haben nicht vor, zur Tagesordnung überzugehen."
Welche Folgen und Überlegungen Liebermann damit meint, kann derzeit niemand abschätzen. Und das ist womöglich auch Absicht der Erklärung.
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