Boston: Weitere Bomben an Marathon-Strecke gefunden

Boston-Marathon

Nach Anschlag auf Boston-Marathon

Weitere Bomben an Marathon-Strecke gefunden

Die Zahl der Todesopfer bei den Bombenexplosionen während des Boston Marathons ist auf drei gestiegen. Wie die Polizei weiter mitteilte, wurden mehr als 140 Menschen verletzt. Einige von ihnen hätten durch die Explosionen Arme oder Beine verloren. 17 von ihnen befänden sich in kritischem Zustand.

Unter den Todesopfern ist nach Medienberichten auch ein acht Jahre altes Kind. Der Junge habe in der Nähe der Ziellinie zusammen mit seiner Mutter und seiner Schwester auf seinen Vater gewartet, der bei dem Marathon mitlief. Auch Mutter und Schwester seien verletzt worden.

Die beiden Bomben explodierten gegen 14.45 Uhr Ortszeit (20.45 MESZ) kurz hintereinander im Abstand von etwa 100 Metern in der Nähe der Ziellinie. Zu diesem Zeitpunkt waren die Sieger des Marathons bereits seit rund zwei Stunden im Ziel. Fernsehsender zeigten Bilder von Rauchsäulen und fliehenden Menschen. Rettungskräfte brachten teils blutüberströmte Verletzte auf Tragen zu Krankenwagen.

Mindestens drei Tote durch Bombenanschlag
tagesschau 9:00 Uhr, 16.04.2013, Tina Hassel, ARD Washington

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Zwei weitere Sprengsätze entdeckt

Nach Behördenangaben wurden noch zwei weitere Sprengsätze entlang der 42 Kilometer langen Strecke in der Innenstadt gefunden, die aber nicht explodiert waren und unschädlich gemacht wurden. Um mögliche Fernzündungen weiterer Bomben zu verhindern, wurde das Mobilfunknetz in Boston abgeschaltet. Zudem wurde eine Flugverbotszone über der 625.000-Einwohner-Stadt eingerichtet. Die Menschen wurden aufgefordert, in ihren Häusern zu bleiben oder zurück in ihre Hotels zu gehen. Bombensuchtrupps durchkämmten die Stadt.

Für Verwirrung sorgte zwischenzeitlich eine Meldung der Polizei über eine dritte Detonation, welche die John-F-Kennedy-Bibliothek getroffen habe. Später wurde dies jedoch revidiert. Bei dem Vorfall habe es sich lediglich um ein Feuer gehandelt, das allem Anschein nach nicht im Zusammenhang mit den Explosionen beim Marathon gestanden habe, hieß es.

Wohnung in Bostoner Vorort durchsucht

Wohnungsdurchsuchung in Boston (Bildquelle: AFP)
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Beamte durchsuchten im Zusammenhang mit dem Anschlag eine Wohnung im Vorort Revere.

Die Hintergründe des Anschlags sind derweil weiter unklar. Die Polizei bestätigte jedoch, dass eine Wohnung im Bostoner Vorort Revere durchsucht worden sei. Die Aktion sei Teil der Ermittlungen zum Anschlag auf den Marathon, sagte ein Behördensprecher. Weitere Details wurden nicht genannt. Nach Angaben aus Geheimdienstkreisen konzentrieren sich die Ermittlungen derzeit auf zwei Richtungen: einen Anschlag von regierungsfeindlichen Gruppen aus dem Inland oder von radikalen Islamisten.

In mehreren großen TV-Sendern äußerten Experten die Vermutung, dass die Tat eher auf das Konto einheimischer Extremisten gehen dürfte und es sich wohl nicht um eine internationale Terroraktion gehandelt habe. So sei der Angriff augenscheinlich zwar sorgfältig geplant, aber die Sprengsätze nicht sehr ausgeklügelt gewesen. Ansonsten hätte es weitaus mehr Todesopfer gegeben, so die einhellige Meinung der Fachleute. Auch der Zeitpunkt des Anschlags spreche für einen Angriff von einheimischen Radikalen: Am Montag wurde in Massachusetts der Patriots' Day begangen, der an den Unabhängigkeitskrieg erinnert.

USA nach Boston-Anschlag unter Schock
T. Fuchs, ARD Washington
16.04.2013 08:37 Uhr

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Boston (Bildquelle: AP)
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Nahe der Ziellinie hielten sich viele Rettungskräfte auf, sodass diese den Verletzten schnell helfen konnten.

Erhöhte Sicherheitsvorkehrungen

Der Gouverneur des US-Bundesstaats Massachusetts, Deval Patrick, erklärte, dass sich die Einwohner von Boston in den kommenden Tagen auf eine "erhöhte Polizeipräsenz" und Routinekontrollen einstellen müssten. Der Tatort rund um das Ziel des Marathons bleibe abgeriegelt.

Auch in anderen US-Städten wurden die Sicherheitsvorkehrungen an "strategisch wichtigen Orten" verschärft. Rund um das Weiße Haus sperrte die Polizei einen Abschnitt für Fußgänger. Die US-Flagge weht auf halbmast. Weltweit wurden US-Institutionen in erhöhte Alarmbereitschaft versetzt.

Der Boston-Marathon

Der Marathon in Boston ist der älteste jährliche Marathon der Welt und wird seit dem Jahr 1897 veranstaltet. An dem Lauf nehmen rund 20.000 Menschen teil, Hunderttausende Zuschauer verfolgen ihn jedes Mal. Diesmal war die letzte Meile den Opfern des Amoklaufs von Newtown gewidmet.

USA verstärkt Sicherheit nach Anschlägen in Boston
tagesschau24 09:15 Uhr, 16.04.2013, Veith Hornig, ARD-aktuell

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Stand: 16.04.2013 09:11 Uhr

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