Teilnehmerin einer Anti-Rassismus-Demonstration in Boston  | Bildquelle: AFP

Anti-Rassismus-Demo in Boston "So sieht Amerika heute aus"

Stand: 20.08.2017 07:19 Uhr

Eine Woche nach der Gewalt in Charlottesville haben Bürger in vielen Orten der USA gegen Rassismus und Hass demonstriert. Zur größten Demo in Boston - die gegen eine kleinere rechte Kundgebung gerichtet war - kamen 40.000 Menschen.

Von Gabi Biesinger, ARD-Studio Washington

Plakate mit der Aufschrift "Kein Platz für Hass in dieser Stadt" oder "Widersteht dem Faschismus" schwebten über der Menge. Menschen aller Hautfarben, alt, jung, Männer und Frauen hatten sich im Park Boston Common versammelt: "So sieht Amerika heute aus - nicht nur schwarze Leben zählen sondern alle", sagt ein Teilnehmer, gebürtig aus Trinidad.

Eine junge Frau mit asiatischen Wurzeln erklärt: "Um ehrlich zu sein, war mir etwas mulmig, hierherzukommen." Sie habe sich vor Gewalt gefürchtet. "Aber ich wollte unbedingt meinen Beitrag leisten, damit wir möglichst viele sind, um diejenigen, die Hass und Fanatismus verbreiten zahlenmäßig zu übertrumpfen."

Demonstrationen in Boston gegen rechten Hass
tagesschau24 09:00 Uhr, 20.08.2017, Claudia Buckenmaier, ARD Washington

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Diesen Erfolg konnten die 40.000 Gegendemonstranten für sich verbuchen, denn nur ein paar Dutzend Unterstützer waren dem Aufruf der sogenannten "Boston Free Speech Coalition" gefolgt. Die Gruppe zielt nach eigenen Angaben auf einen "friedlichen und offenen Dialog über die Bedeutung des Rechts auf freie Meinungsäußerung" ab.

Deckmantel Meingungsfreiheit

Doch Arno Michaelis, früher selbst als Skinhead in der US-Nazi-Szene aktiv, erklärte im Sender CNN, dass die Meinungsfreiheit nur als  Deckmäntelchen benutzt werde: "Bei dem Treffen geht es um rechtsextreme Inhalte, um weiße Vorherrschaft. Da sind Holocaust-Leugner. Es geht darum Angst, Hass und Zwietracht zu verbreiten - und natürlich nicht um Redefreiheit."

Dass es in Boston friedlich blieb, lag wohl vor allem an der Polizei. Sie riegelte die kleine Versammlung der "Free Speech Rally" von den Gegendemonstranten ab und eskortierte die Teilnehmer nach einer Stunde vom Gelände, nachdem die entschieden hatten, ihre Veranstaltung abzubrechen.

Rangeleien aber keine Gewalt

Die Gegendemonstranten riefen "Schämt Euch" und warfen Wasserflaschen und Steine. Einige von ihnen waren vermummt. Es kam zu einzelnen Rangleien. Der Bostoner Polizeichef William Evans fasst zusammen: "Es wurde etwas hitzig, es gab einige Rempeleien, es flogen Gegenstände, aber wir haben die 'Free Speech'-Leute sicher wegbringen können. Meine Kollegen haben gute Arbeitet geleistet und unser Plan ging auf. Und ich bin sehr froh, dass es nur leichte Verletzungen und kaum Sachschaden gab."

Boston Demo gegen Rechts | Bildquelle: AFP
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"Meine Kollegen haben gute Arbeitet geleistet und unser Plan ging auf", sagt der Polizeichef von Boston.

Insgesamt gab es etwa drei Dutzend Festnahmen. Drei Männer, die schusssichere Westen trugen, seien auf dem Weg zur "Free Speech Rally" festgesetzt worden. Bei einem habe man eine Schusswaffe gefunden.

Trump twittert: "Unser Land wird bald geeint sein."

Präsident Donald Trump kommentierte die Ereignisse in Boston per Twitter aus seinem Urlaubsort Bedminster. Zunächst schrieb er: "Sieht aus, als ob da eine Menge Unruhestifter sind, die die Polizei provozieren. Die Polizei wirkt stark und klug. Danke." Das brachte Trump kritische Reaktionen ein.

Polizeichef William Evans wollte den Tweet auf Nachfrage von Journalisten nicht kommentieren: "Ich lasse mich hier nicht auf Politik ein." Kurz zuvor hatte er noch gesagt: "99,9 Prozent der Menschen waren aus den richtigen Gründen hier, nämlich um sich gegen Hass und Fanatismus zu stellen."

Später twitterte Donald Trump dann: "Unser großartiges Land ist seit Jahrzehnten gespalten. Manchmal braucht man Proteste, um zu heilen. Beifall für die vielen Demonstranten in Boston, die sich gegen Fanatismus und Hass ausgesprochen haben. Unser Land wird bald geeint sein."

40.000 Gegendemonstranten stoppen rechte Kundgebung in Boston
Gabi Biesinger, ARD Washington
20.08.2017 07:14 Uhr

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Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 20. August 2017 um 09:00 Uhr.

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