Demo in Boston | Bildquelle: dpa

US-Stadt Boston Tausende marschieren gegen Rassismus

Stand: 19.08.2017 22:28 Uhr

Eine Woche nach den Zusammenstößen in Charlottesville sind in Boston Tausende Menschen auf die Straße gegangen, um gegen Rassismus und Hass zu demonstrieren. Trotz befürchteter Ausschreitungen bleibt es friedlich, auch dank einer gut vorbereiteten Polizei.

Nach der Eskalation der Gewalt in der US-Stadt Charlottesville sind in Boston im Bundesstaat Massachusetts mehrere Tausend Menschen gegen Rassismus und Hass marschiert. Ihre Aktion richtete sich zugleich gegen eine - deutlich kleinere - Kundgebung rechter Gruppen, die zu selben Zeit in einem Park der Stadt abgehalten wurde. Die Gegendemonstranten sahen darin eine verkappte Veranstaltung zur Förderung rassistischer Standpunkte, was die Organisatoren aber bestritten.

500 Beamte trennen Gruppen

Die Veranstaltungen wurden von einem starken Polizeiaufgebot begleitet, nachdem es in Charlottesville bei einer Kundgebung ultrarechter Gruppen zu Zusammenstößen mit Gegendemonstranten gekommen war. In Boston gelang es den rund 500 Beamten aber, beide Lager voneinander getrennt zu halten: An einem Punkt drängte eine Kette von Polizisten Gegendemonstranten zurück. Dem Sender CNN zufolge gab es einige wenige Festnahmen.

Präsident Trump dankte den Sicherheitskräften - und verunglimpfte die Gegendemonstranten als "Anti-Polizei-Agitatoren".

Donald J. Trump @realDonaldTrump
Looks like many anti-police agitators in Boston. Police are looking tough and smart! Thank you.

Die Kundgebung für freie Meinungsäußerung war schon vor den Vorfällen in Charlottesville geplant gewesen, auch haben sich die Organisatoren von der dortigen Gewalt distanziert. Aber nach Medienberichten standen auf der Rednerliste mehrere Menschen, die mit Rechtsextremismus in Verbindung gebracht werden. Zudem wurde befürchtet, dass sich zahlreiche Ultrarechte an der Veranstaltung beteiligen könnten.

40.000 Gegendemonstranten stoppen rechte Kundgebung in Boston
Gabi Biesinger, ARD Washington
20.08.2017 07:14 Uhr

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Über dieses Thema berichtete NDR Info am 20. August 2017 um 05:00 Uhr.

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