Arbeiter haben den Ölteppich vor Borneo angezündet, um das Öl abzufackeln | Bildquelle: AFP

Drohende Umweltkatastrophe Borneo kämpft gegen Ölteppich

Stand: 04.04.2018 17:50 Uhr

Ein Ölteppich hat sich vor der Ostküste der Insel Borneo ausgebreitet. Schuld daran soll ein Leck in einer Pipeline gewesen sein. Beim Versuch, das Öl abzufackeln, starben mehrere Menschen.

Wegen eines riesigen Ölteppichs droht der Insel Borneo eine Umweltkatastrophe. Das Öl trat an der Ostküste aus einer beschädigten Pipeline des staatlichen Energiekonzerns Pertamina aus, wie die indonesische Polizei mitteilte. Die Ursache werde derzeit noch untersucht. Insgesamt ist vor der Hafenstadt Balikpapan, die zu Indonesien gehört, ein Gebiet von mehr als zwölf Quadratkilometern betroffen.

Notstand ausgerufen

Die Behörden riefen wegen des Vorfalls den Notstand aus. Bei Bränden im Zusammenhang mit der Ölpest starben seit dem Wochenende mehrere Menschen. Fünf Fischer wurden tot vor der Küste Balikpapans gefunden. Sie starben Behördenangaben zufolge durch Feuer, das Arbeiter durch Anzünden des Öls entfacht hatten, um es zu beseitigen. Mittels einer Barriere und Hunderter Hilfskräfte soll eine weitere Ausbreitung im Meer verhindert werden. Bislang seien knapp 70 Kubikmeter Öl entfernt worden, sagte Umweltministerin Siti Nurbaya Bakar.

Ein Mann sammelt Öl aus einem Hafen auf ein | Bildquelle: dpa
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Mit einem Großaufgebot von mehreren Hundert Hilfskräften versuchen die Behörden, die Ausbreitung des Öls einzudämmen.

Man habe Pertamina gebeten, die Säuberung von Bereichen nahe Wohngebieten vorzuziehen, hieß es weiter. Viele Leute in der Gegend hatten über Übelkeit und Erbrechen geklagt, berichtete ein Vertreter der Umweltorganisation Walhi. Die Aktivisten verlangten von den Behörden, die Ergebnisse ihrer Ermittlungen zu veröffentlichen.

Ölteppich breitet sich aus

Inzwischen seien Ölspuren auch schon in 80 Kilometern Entfernung entdeckt worden. Pertamina, das in der Bucht von Balikpapan seine größte Ölraffinerie betreibt, hatte zunächst jegliche Verantwortung abgestritten. Ein toter Irawadi-Delfin, der am Montag an Land gespült wurde, löste Besorgnis über mögliche Umweltschäden aus. Dies wird laut Behörden derzeit noch geprüft. 

Mit einer Fläche von mehr als 750.000 Quadratkilometern ist Borneo die drittgrößte Insel der Welt. Der größte Teil gehört zu Indonesien. Auf der Insel liegt aber auch der Staat Brunei. Andere Teile gehören zu Malaysia.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 04. April 2018 um 23:00 Uhr.

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