East Midwood Jewish Center, New York | Bildquelle: AFP

Antisemitismus in den USA Bombendrohungen gegen jüdische Zentren

Stand: 21.02.2017 19:59 Uhr

In den USA hat es erneut eine Welle von Bombendrohungen gegen jüdische Einrichtungen gegeben. Elf Gemeindezentren mussten teilweise evakuiert werden. Zudem wurden auf einem jüdischen Friedhof im Bundesstaat Missouri etwa 100 Gräber geschändet.

Knapp ein Dutzend jüdischer Einrichtungen in den USA haben allein am Montag Bombendrohungen erhalten. Die Gemeindezentren, darunter auch solche für Kinderbetreuung, mussten daraufhin evakuiert werden.

Die telefonischen Drohungen hätten sonst zwar keine Folgen gehabt, teilte die jüdische Organisation JCC Association of North America mit. Dennoch sei sie "besorgt wegen des Antisemitismus hinter diesen Drohungen und wegen der ständigen Wiederholungen der Drohungen", hieß es in einer Erklärung. Die jüdische Gemeinschaft werde sich "nicht einschüchtern lassen". Die Bundespolizei FBI und das Justizministerium ermitteln nun in den Fällen.

Machtwechsel in den USA: Rechtsextreme fühlen sich durch Trump beflügelt
tagesthemen 22:45 Uhr, 22.01.2017, Jan Philipp Burgard, ARD Washington

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Serie von Drohungen

Bürgerrechtler beklagen, dass sich Extremisten und Hass-Gruppen in den USA seit dem Wahlsieg von Präsident Donald Trump im Aufwind sehen. Seit Anfang Januar dokumentierte die Organisation 69 solcher Drohungen gegen jüdische Einrichtungen; oft treffen sie wellenartig mehrere Einrichtungen an einem Tag. Zwar wurden nie Bomben gefunden, aber die Anrufe waren offenbar koordiniert.

Organisationen wie die Anti Defamation League monieren, Trump verurteile solche Vorfälle nicht klar genug. Der Präsident selbst bestreitet, rassistisch oder antisemitisch zu sein. Einen Tag nach den Drohungen gegen die jüdischen Zentren verurteilte er antisemitische Vorfälle als "furchtbar". Sie seien eine "traurige Erinnerung" daran, dass noch viel getan werden müsse, um Hass und Vorurteile "auszurotten", sagte Trump.

Seine zum Judentum konvertierte Tochter Ivanka hatte zuvor bereits die Bombendrohungen kritisiert: "Amerika ist ein Land, das auf dem Prinzip der religiösen Toleranz gebaut wurde. Wir müssen unsere Gebetsstätten und religiösen Zentren schützen."

Elf Bombendrohungen gegen jüdische Gemeindezentren in den USA
R. Büllmann, ARD Washington
21.02.2017 09:38 Uhr

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Jüdische Gräber geschändet

Zudem wurde bekannt, dass auf einem jüdischen Friedhof im Bundesstaat Missouri etwa 100 Gräber geschändet wurden. Unbekannte warfen Grabsteine um und verwüsteten die Gräber. Der Friedhof befindet sich in der Nähe der Großstadt St. Louis. Ob die Bombendrohungen und die Grabschändungen in Zusammenhang stehen, ist unklar.

Fest steht, dass seit dem Wahlsieg Trumps rechtsextreme und offen antisemitische Bewegungen wie die sogenannte "Alt Right" deutlich aktiver sind. Ihre Mitglieder bedrohen jüdische Amerikaner und benutzen bei Veranstaltungen Nazi-Vokabular wie "Heil Trump" und Nazi-Gesten wie den Hitlergruß.

Mit Informationen von Rolf Büllmann, ARD-Studio Washington

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 21. Februar 2017 um 10:24 Uhr

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