Boliviens Staatspräsident Evo Morales. | Bildquelle: AFP

Referendum in Bolivien über Verfassungsänderung Keine weitere Amtszeit für Morales

Stand: 24.02.2016 08:16 Uhr

Evo Morales ist der am längsten amtierende Staatschef von Bolivien und hätte seine Amtszeit gerne verlängert. Doch in einem Referendum sprachen sich die Bürger gegen sein Vorhaben aus. Damit muss der sozialistische Präsident 2020 gehen.

Evo Morales darf sich nicht um eine vierte Amtszeit als bolivianischer Präsident bewerben. Bei einem Referendum stimmten laut offiziellem Endergebnis 51,3 Prozent der Bolivianer gegen den Wunsch des Staatsoberhauptes. Die Befürworter kamen auf rund 48,7 Prozent.

Der seit zehn Jahren regierende 56-jährige Staatschef wollte bei den Wahlen 2019 erneut kandidieren. Das wäre jedoch nur durch eine Verfassungsänderung möglich geworden. Die rund sechs Millionen zur Wahl aufgerufenen Bolivianer entschieden sich jedoch dagegen.

Bislang sind in Bolivien nur zwei Amtsperioden gestattet. Morales' erste Amtszeit wurde nicht mitgezählt, weil die geltende Verfassung erst 2009 in Kraft trat.

Evo Morales hält seinen Stimmzettel in der Hand (in der Stadt Villa 14 de Septiembre) | Bildquelle: REUTERS
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Da war er noch optimistisch: Evo Morales bei der Stimmabgabe am Sonntag.

Menschen jubeln Evo Morales zu. | Bildquelle: dpa
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Doch beim Referendum setzten sich nicht die Befürworter, sondern seine Gegner durch.

Morales will Ergebnis akzeptieren

Morales hatte am Sonntag angekündigt, jedes Ergebnis zu akzeptieren. Seine Amtszeit endet im Januar 2020. Der ehemalige Kokabauer war 2005 als erster Angehöriger der Ureinwohner zum Präsidenten gewählt worden und ist mittlerweile der am längsten amtierende Staatschef Boliviens.

Seinen wirtschaftlichen Erfolgen - vor allem dank der verstaatlichten Gasgeschäfte des Landes - steht massive Kritik gegenüber. Morales und seiner Partei werden autoritäre Tendenzen vorgeworfen.

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