Flüchtlingsmädchen in einem nigerianischen Lager | Bildquelle: AP

Terrorangriffe von Boko Haram Eine Million Kinder können nicht zur Schule

Stand: 22.12.2015 09:44 Uhr

"Westliche Bildung ist Sünde" - das bedeutet Boko Haram übersetzt. Dementsprechend attackiert die nigerianische Terrormiliz Schulen und Lehrer. Jetzt schlägt UNICEF Alarm: Hunderte Lehrer seien getötet worden - und eine Million Kinder könnten nicht zur Schule.

Wegen der Gewalt der Islamistensekte Boko Haram können laut UN in mehreren Staaten insgesamt mehr als eine Million Kinder nicht die Schule besuchen. In Nigeria, Kamerun, Niger und dem Tschad seien mehr als 2000 Einrichtungen geschlossen, erklärte das Kinderhilfswerk UNICEF.

Boko Haram habe Hunderte Schulen geplündert, beschädigt oder zerstört. Allein in Nigeria wurden laut den Angaben in den vergangenen sechs Jahren 600 Lehrer getötet.

"Die Gefahr wächst"

Viele Kinder hätten Angst vor einer Rückkehr. "Aber je länger sie der Schule fernbleiben, desto größer ist die Gefahr, missbraucht, entführt oder von bewaffneten Gruppen angeworben zu werden", sagte UNICEF-Regionaldirektor Manuel Fontaine.

Boko Haram bedeutet übersetzt "Westliche Bildung ist Sünde". Die Gruppe ist vor allem in Nordnigeria aktiv und hat Tausende Menschen umgebracht. Rund 2,6 Millionen Menschen sind auf der Flucht.

Die nigerianische Regierung hatte erst kürzlich ihr Ziel bekräftigt, Boko Haram bis zum Jahresende zu besiegen.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 22. Dezember 2015 um 09:45 Uhr.

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