Befreite Geiseln in Nigeria | Bildquelle: AFP

Kampf gegen Islamisten in Nigeria 338 Boko-Haram-Geiseln befreit

Stand: 28.10.2015 15:19 Uhr

Im Kampf gegen die Terrorgruppe Boko Haram kann Nigerias Armee einen Erfolg vermelden: 338 Geiseln seien befreit worden - vor allem Frauen und Kinder. Mehr als 30 Terroristen wurden demnach während der Operation im Nordosten des Landes getötet.

Die nigerianische Armee hat nach eigenen Angaben 338 Menschen aus der Gewalt der Islamistengruppe Boko Haram befreit - unter ihnen 192 Kinder und 138 Frauen. Der Militäreinsatz fand demnach bereits am Dienstag im Sambisa-Wald im Nordosten des Landes statt, der als eine Hochburg der Extremistengruppe gilt.

Bei dem Einsatz seien 30 Islamisten getötet worden, zudem seien Waffen und Munition beschlagnahmt worden. Vier mutmaßliche Selbstmordattentäter seien getötet worden, die auf dem Weg in die Stadt Gubula im Nachbarstaat Adamawa gewesen seien. Auch bei ihnen seien unter anderem Waffen und Munition beschlagnahmt worden.

Tausende Frauen und Mädchen entführt

Zuletzt hatte die Armee Ende September gemeldet, dass sie 241 Mädchen und Frauen aus der Gewalt von Boko Haram befreit habe. In den vergangenen Monaten haben die Islamisten ihre Angriffe auf Zivilisten wieder erhöht. Laut der Menschenrechtsorganisation Amnesty International hat Boko Haram seit Januar 2014 mindestens 2000 Frauen und Mädchen in Nigeria entführt. Für weltweite Aufmerksamkeit sorgte der Überfall auf eine Schule in Chibok im Nordosten des Landes, bei dem 270 Mädchen entführt wurden.

Die Islamisten kämpfen seit sechs Jahren für die Errichtung eines "Gottesstaats" im mehrheitlich muslimischen Nordosten Nigerias. Mindestens 17.000 Menschen wurden in dem Konflikt bisher getötet, mehr als 2,5 Millionen Menschen wurden durch die Gewalt in die Flucht getrieben.

Stichwort: Boko Haram

Die Gruppe Boko Haram kämpft seit ihrer Gründung 2002 für einen islamischen Gottesstaat im muslimischen Norden Nigerias. Immer wieder verübt sie blutige Anschläge auf Kirchen, Schulen, Sicherheitskräfte, Politiker oder Behördenvertreter und entführt Menschen.

Der Name der Gruppe bedeutet in einem örtlichen Dialekt "Westliche Bildung ist eine Sünde". Seit 2010 tragen sie auch den arabischen Namen "ǧamāʿat ahl as-sunna li-d-daʿwa wa-l-ǧihād" - übersetzt etwa "Vereinigung der Sunniten für den Ruf zum Islam und den Dschihad". Die Mitglieder sehen sich selbst als "Nigerianische Taliban". Boko Haram wird verdächtigt, Verbindungen zum nordafrikanischen Arm des Al-Kaida-Netzwerks und zur islamistischen al-Shabaab-Miliz in Somalia zu unterhalten.

Lange galt die Gruppe als internes nigerianisches Problem. Doch mittlerweile schlagen die Terroristen auch in den Nachbarländern Kamerun, Niger und Tschad zu.

Nigerias Militär will über 300 Boko Haram-Geiseln befreit haben
J. Borchers, ARD Berlin
28.10.2015 15:48 Uhr

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Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 28. Oktober 2015 um 16:30 Uhr.

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