New Yorks Ex-Bürgermeister Michael Bloomberg | Bildquelle: AP

Präsidentschaftswahl in den USA Bloomberg verzichtet auf Kandidatur

Stand: 08.03.2016 03:34 Uhr

Der frühere New Yorker Bürgermeister Michael Bloomberg wird nicht als unabhängiger Kandidat bei der US-Präsidentschaftswahl im November antreten. Er verzichte auf die Kandidatur auch, weil er Trump als Präsidenten verhindern wolle, teilte der Milliardär mit.

Länger hat er mit der Idee geliebäugelt, nun will er doch nicht: Der frühere Bürgermeister von New York, Michael Bloomberg, wird sich nicht als unabhängiger Kandidat um die US-Präsidentschaft bewerben. Das teilte der Multimilliardär und Finanzunternehmer in einem Editorial auf der Webseite Bloomberg View mit.

"Es gibt eine gute Chance, dass meine Kandidatur zu einer Wahl von Donald Trump oder Senator Ted Cruz führen könnte", schrieb Bloomberg. "Das ist ein Risiko, das ich nicht guten Gewissens eingehen kann."

Bloomberg hatte Trump mehrfach scharf kritisiert

Bloomberg hatte mehrfach scharfe Kritik an Trump geübt. Der Immobilienmogul betreibe "die spaltendste und am meisten demagogische Präsidentschaftskampagne", an die er sich erinnern könne, sagte er. Trump beute die Vorurteile und Ängste der Menschen aus. Die Rhetorik von Cruz sei zwar nicht so hetzerisch wie diejenige von Trump, aber genauso extrem.

Mit einer Kandidatur hätte Bloomberg das ohnehin schon unvorhersehbare Präsidentschaftsrennen noch unberechenbarer gemacht. Ein Dreikampf zwischen einem Demokraten, einem Republikaner und ihm könne dazu führen, dass keiner von ihnen eine Mehrheit der Wahlmänner und Wahlfrauen erhalte, schrieb der 74-Jährige. Dies würde die Entscheidung in das republikanisch dominierte US-Repräsentantenhaus weiterleiten - und damit voraussichtlich dem republikanischen Kandidaten nützen, so Bloomberg.

Aus dem Umfeld Bloombergs wurde bekannt, er habe geglaubt, dass durch die Dominanz von Trump bei den Republikanern und dem Aufstieg von Bernie Sanders bei den Demokraten eine Möglichkeit für eine nicht-ideologische, pragmatische Kampagne entstanden sei. Durch ihre jüngsten Erfolge habe Hillary Clinton jedoch eine klare Führung auf der demokratischen Seite inne, was Bloombergs möglichen Weg blockiere, sagten Berater des Ex-Bürgermeisters.

Es war nach 2008 und 2012 das dritte und voraussichtlich letzte Mal, dass Bloomberg mit einer Bewerbung um das höchste Amt der USA liebäugelte. Unter New Yorker Geschäftsleuten hatte die Idee Anklang gefunden. Bloomberg zählt mit einem geschätzten Vermögen von 38 Milliarden Dollar zu den reichsten Bürgern der USA.

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