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Lob für Syriens Opposition
Mursi brüskiert iranische Führung
Der ägyptische Präsident Mohammed Mursi hat zur Eröffnung des Gipfels der blockfreien Staaten in Teheran seine Unterstützung für die syrische Opposition zum Ausdruck gebracht.
Die Revolution in Syrien zu fördern, sei "eine moralische Pflicht sowie eine politische und strategische Notwendigkeit". Die syrische Führung um Präsident Baschar al Assad bezeichnete er hingegen als Unterdrückerregime, das jede Legitimität verloren habe.
Mursi verglich den Aufstand der syrischen Regimegegner gegen Assad mit der Intifada der Palästinenser. Den Gipfelteilnehmern redete er ins Gewissen: "Das Blutvergießen in Syrien ist eine Last und eine Verantwortung, die wir auf unseren Schultern tragen und wir müssen erkennen, dass es nicht enden wird, wenn wir nicht alle gemeinsam etwas dagegen unternehmen."
Mursi kritisiert Syrien bei Gipfeltreffen der blockfreien Staaten
nachtmagazin 00:15 Uhr, 31.08.2012, Jürgen Lang, BR
Syrische Delegation verlässt Treffen
Aus Protest gegen Mursis Äußerungen verließ die syrische Delegation nach Angaben der ägyptischen Nachrichtenagentur Mena das Treffen der blockfreien Staaten.
Distanz zu Teheran
Mursi distanzierte sich mit seinen Worten auch deutlich von seinen iranischen Gastgebern, die Verbündete des syrischen Regimes sind. Es ist der erste Besuch eines ägyptischen Präsidenten im Iran seit der islamischen Revolution von 1979.
Die Regierung in Teheran hatte die diplomatischen Beziehungen zu Kairo 1979 wegen des ägyptischen Friedensvertrags mit Israel gekappt. Die beiden Staaten unterhalten keine diplomatischen Beziehungen.
Bei dem zweitägigen Gipfel in Teheran übergab Mursi die rotierende Präsidentschaft der blockfreien Staaten an den iranischen Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad, den er dabei als "meinen lieben Bruder" bezeichnete.
Chamenei greift Sicherheitsrat an
In Anwesenheit von UN-Generalsekretär Ban Ki Moon, der bereits gestern in die iranische Hauptstadt gereist war, kritisierte Irans geistlicher Führer Ajatollah Ali Chamenei den UN-Sicherheitsrat in scharfer Form. Das höchste UN-Gremium übe eine "offensichtliche Diktatur" aus, sagte er. Der Sicherheitsrat habe eine "irrationale, ungerechte und vollkommen antidemokratische Struktur".
Zugleich versicherte Chamenei, der Iran werde "niemals nach einer Atomwaffe streben", was der Westen dem Land vorwirft. An dem zweitägigen Blockfreiengipfel nehmen etwa 30 Staats- und Regierungschefs teil. Mit dem Gipfeltreffen übernimmt der Iran für drei Jahre den Vorsitz der im Jahr 1955 während des Kalten Kriegs gegründeten Blockfreiengruppe.
Ihr gehören etwa 120 Staaten an - vorwiegend aus Asien, Afrika und Lateinamerika. Teheran erhofft sich von dem Gipfel, der unter strengsten Sicherheitsvorkehrungen stattfindet, Unterstützung gegen die vom Westen verhängten Strafmaßnahmen wegen seines Atomprogramms. Der Iran wird verdächtigt, heimlich an einer Atombombe zu bauen, was die Führung in Teheran zurückweist.
Stand: 30.08.2012 11:07 Uhr
