Christoph Blocher | Bildquelle: AFP

Rechtspopulist tritt nicht wieder an Blocher steigt aus SVP-Führung aus

Stand: 10.01.2016 18:05 Uhr

Der wohl umstrittenste Politiker der Schweiz, Christoph Blocher, will sich aus der SVP-Führung zurückziehen. Er werde nicht zur Wiederwahl als Vizepräsident antreten, sagte er dem "SonntagsBlick". In einem Gremium werde er aber aktiv bleiben.

Christoph Blocher steigt aus der Führungsriege der Schweizerischen Volkspartei (SVP) aus. Nach Ablauf seines Mandats werde er nicht noch einmal als Vizepräsident seiner Partei antreten, sagte er dem "SonntagsBlick": "Ab April werde ich nicht mehr Vizepräsident der SVP sein."

Der 75-jährige Milliardär hatte sich zwar schon aus der aktuellen Tagespolitik zurückgezogen, die Linie seiner Partei, die die größte Fraktion im Nationalrat stellt, aber weiter bestimmt. Die Bekämpfung der Einwanderung und seine Islam-Feindlichkeit brachten ihn immer wieder in die Schlagzeilen. Blocher führte einen aggressiven Stil in die Schweizer Politik ein, die lange vom Streben nach Konsens geprägt war.

Gemeinsam mit Blocher werden im April auch SVP-Präsident Toni Brunner und SVP-Generalsekretär Martin Baltisser abtreten. Auch der frühere Zürcher Nationalrat Walter Frey habe angedeutet, sich aus dem Vizepräsidium zurückzuziehen, sagte Brunner. "Ganz gegessen ist die Angelegenheit für mich aber nicht", sagte der abtretende Parteipräsident der "Neuen Zürcher Zeitung". Er hoffe, Blocher und Frey noch umstimmen zu können. "Im Sinn der Kontinuität muss man sich bemühen, sie der Partei zu erhalten."

Folge des Wahlsieges?

Ganz zurückziehen aus der Politik will sich Blocher offenbar nicht. Das überparteiliche Komitee "Nein zum schleichenden EU-Beitritt" werde er weiter als Präsident leiten, sagte Brunner der Nachrichtenagentur SDA. Blocher habe "Einfluss und Macht, ob nun außerhalb oder innerhalb einer Parteistruktur".

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Blocher will sich weiter im Komitee "Nein zum schleichenden EU-Beitritt" engagieren.

Die SVP hatte bei der Wahl im Oktober 29,4 Prozent der Stimmen gewonnen, 2,8 Punkte mehr als bei der Wahl zuvor. Im Wahlkampf hatte die Partei mit einem Programm zur Verschärfung des Asylrechts und zur Reduzierung der Einwanderung auch von EU-Bürgern für sich geworben. Der Wahlerfolg hatte Rufe nach einer Umbildung der Parteispitze zur Folge, um die SVP für die Zukunft zu rüsten.

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