Kardinäle und Papst Franziskus im Vatikan | Bildquelle: dpa

Bischofssynode im Vatikan Papst fordert Offenheit in Familienfragen

Stand: 05.10.2015 12:50 Uhr

Papst Franziskus hat die Teilnehmer der Bischofssynode zum Thema Familienpolitik zu Mut und Offenheit aufgerufen. Die dreiwöchigen Beratungen gelten als wegweisend für den weiteren Kurs der Kirche im Umgang mit Geschiedenen und Homosexualität.

Zur Eröffnung der Bischofssynode im Vatikan hat Papst Franziskus die Mitglieder zu einem Geist der Kollegialität aufgerufen. Die dreiwöchige Versammlung sei "kein Parlament", wo es Verfahrensabsprachen oder politische Tauschgeschäfte gebe, sagte Franziskus in Rom vor gut 300 Kardinälen, Bischöfen und Priestern.

Familienseelsorge verbessern

Franziskus mahnte die Bischöfe zu "Weisheit", "Offenheit" und "Demut" bei den Debatten, die nach allgemeiner Erwartung kontrovers geführt werden dürften. Zugleich betonte er aber, die Diskussionen müssten zu Ergebnissen führen. Die Kirche sei "kein Museum", das bewahrt und geschützt werden müsse. "Sie ist der Ort, an dem das heilige Volk Gottes vorwärts schreitet", sagte der Papst. Dabei sollten die Geistlichen nicht "mit dem Finger auf andere zeigen, sondern ihnen die Hand ausstrecken".

Die Geistlichen wollen bis Ende Oktober die künftige Haltung der katholischen Kirche gegenüber Geschiedenen und Homosexuellen diskutieren. Die Synode will zudem über eine bessere Familienseelsorge diskutieren, besonders angesichts der Tatsache, dass immer weniger Paare kirchlich heiraten, während die Zahl der Zivilehen und der Scheidungen zunimmt. Bei der Messe zur Eröffnung der Synode am Sonntag verteidigte der Papst die "Unauflöslichkeit" der Ehe, betonte aber auch, die Kirche müsse stets "ihre Türen für alle offen halten, die Einlass begehren".

Synode berät strittige Fragen der katholischen Lehre
tagesthemen 22:15 Uhr, 05.10.2015, Mike Lingenfelser, ARD Rom

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Geschiedene bei Abendmahl oder Kommunion?

Der Berliner Erzbischof Heiner Koch sprach sich dafür aus, in Einzelfällen auch Geschiedene zum Abendmahl zuzulassen. "Für uns ist die Ehe ein heiliges Sakrament und das können wir nicht aufgeben", sagte er im RBB-Inforadio. Ähnlich äußerte sich der Generalsekretär des Zentralkomitees der deutschen Katholiken. Wenn in einer neuen Ehe Kinder getauft würden und zur Kommunion gingen, so Stefan Vesper im Deutschlandfunk, "dann kann es doch nicht richtig sein, wenn hier die Mutter oder der Vater nicht mitgehen darf".

Die Synode begann in angespannter Atmosphäre, nachdem am Samstag der Priester Krzysztof Charamsa mit seinem Comingout den Vatikan erschütterte und daraufhin aus dem Priesterdienst entlassen wurde. Er kritisierte daraufhin den "rückwärtsgewandten" Umgang der Kirche mit Homosexualität scharf.

Papst fordert Mut von Bischöfen
T. Kleinjung, ARD Rom
05.10.2015 14:02 Uhr

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