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Der Skandal um sexuellen Missbrauch tausender Kinder durch katholische Geistliche weitet sich aus: Nachdem schon vor einer Woche zwei Geistliche ihren Rücktritt eingereicht hatten, traten zu Weihnachten zwei weitere Bischöfe von ihren Ämtern zurück. Eamonn Walsh und Ray Field aus der Erzdiözese Dublin gaben ihre Entscheidung an Heiligabend während der Christmette bekannt und entschuldigten sich bei den Opfern. Sie reagierten damit auf wochenlange Kritik und steigenden Druck.
[Bildunterschrift: Der Erzbischof von Dublin, Diarmuid Martin, hält den Murphy-Bericht in der Hand. Er fordert Aufklärung. ]
Der Erzbischof von Dublin, Diarmuid Martin, forderte in seiner Predigt an Heiligabend, "kriminelles Verhalten" müsse in jedem Fall verfolgt werden. Die Erneuerung der Kirche müsse damit beginnen, dass die Vergangenheit "ernsthaft und brutal" aufgeklärt werde. Es gebe "keine Worte der Entschuldigung, die jemals ausreichend seien" angesichts des Schmerzes, der den Opfern zugefügt wurde.
Die katholische Kirche in Irland steckt in einer ihren tiefsten Krisen, seit bekannt geworden ist, dass mehr als 300 Kinder in den Jahren 1975 bis 2004 von Priestern in der Erzdiözese sexuell missbraucht wurden. Laut des Ende November veröffentlichten Murphy-Untersuchungsberichts haben die Verantwortlichen die Übergriffe vertuscht. Mehrere Priester und Diakone baten nach der Veröffentlichung des Berichts um Entbindung von ihren Aufgaben.
Bereits im Mai hatte der sogenannte Ryan-Bericht über die Qualen von Mädchen und Jungen in Schulen, Kinderheimen und anderen Einrichtungen der katholischen Kirche das Land erschüttert. In den Häusern waren demnach seit den 30er Jahren Prügel und sexueller Missbrauch an der Tagesordnung.
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