Polizisten vor dem Parlamentsgebäude in London | Bildquelle: AP

Nach Attentat von London Polizei meldet weitere Festnahme

Stand: 26.03.2017 21:11 Uhr

Die britische Polizei hat nach dem Londoner Anschlag einen weiteren Verdächtigen festgenommen: Der 30-Jährige wurde in Birmingham in Gewahrsam genommen und soll terroristische Angriffe vorbereitet haben. Die Stadt gilt als islamistische Hochburg.

Bei den Ermittlungen zum Anschlag in London hat die britische Polizei am Sonntag einen weiteren Verdächtigen inhaftiert. Wie die Polizei mitteilte, wurde der 30-Jährige im mittelenglischen Birmingham unter dem Verdacht festgenommen, terroristische Angriffe vorzubereiten. Birmingham gilt als Hochburg der Islamistenszene in Großbritannien.

Seit dem Anschlag am vergangenen Mittwoch hat die britische Polizei nunmehr insgesamt zwölf Verdächtige festgenommen, zehn von ihnen aber bereits wieder freigelassen, darunter eine 32-jährige Frau gegen Kaution. Ein 58-Jähriger, der ebenfalls in Birmingham festgenommen wurde, befand sich am Sonntag nach Polizeiangaben noch in Gewahrsam.

Fünf Tote bei Terrorangriff am Mittwoch

Bei dem Anschlag waren fünf Menschen getötet und viele weitere Menschen verletzt worden. Ein bei dem Anschlag schwer verletzter 75-Jähriger starb einen Tag nach dem Vorfall im Krankenhaus. Der mutmaßlich islamistische Attentäter Khalid Masood hatte auf der Westminster-Brücke mit seinem Auto Fußgänger angefahren und dabei eine Britin und einen US-Touristen getötet. Anschließend erstach er einen Polizisten vor dem Parlament, bevor er selbst von der Polizei erschossen wurde.

Ein Polizist steht hinter einer Absperrung vor dem Parlamentsgebäude in London | Bildquelle: REUTERS
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Nach dem Terroranschlag vom Mittwoch wurde der Bereich um das Parlamentsgebäude abgesperrt.

Die Polizei geht davon aus, dass Masood ein Einzeltäter war, der "vom internationalen Terrorismus" inspiriert wurde. Sie gab inzwischen bekannt, dass möglicherweise niemals geklärt werden wird, was Masood zu seiner Tat trieb. Auch ist unklar, ob er bei der Vorbereitung unterstützt wurde oder einen Auftrag für den Anschlag erhielt. Medienberichten zufolge wurde Masood kurz vor dem Anschlag noch auf dem Kurznachrichtendienst Whatsapp als anwesend angezeigt.

Die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) beanspruchte die Tat in London für sich. Es war der erste Anschlag in Großbritannien, für den der IS nach eigenen Angaben verantwortlich ist.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 27. März 2017 um 06:00 Uhr

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