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Nach jahrzehntelanger Militärdiktatur

Myanmar schafft die Zensur ab

Auslage beim Zeitungshändler in Rangun, Myanmar (Achivbild vom 01.08.2012)
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Künftig unzensiert - Zeitungsauslage in der Hafenstadt Rangun.

Die Regierung in Myanmar, dem früheren Birma, will Medien nicht mehr vorab zensieren. Das teilte das Informationsministerium mit. Ab sofort müssten Publikationen nicht mehr zur Genehmigung vorgelegt werden.

Jahrzehntelang hatten die Behörden von Zeitungen über Liedtexte bis hin zu Märchen alle Veröffentlichtungen vorab geprüft. Der Leiter der Behörde für Pressezensur, Tint Swe, unterrichtete in Rangun eine Gruppe von Chefredakteuren über den Vorstoß zur Stärkung der Meinungsfreiheit.

Zensurbehörde bleibt bestehen

Allerdings müssen publizierte Texte nachträglich auch weiterhin bei der Prüfstelle eingereicht werden, um mögliche Verstöße gegen Veröffentlichungsrechte festzustellen, wie Journalisten mitteilten. Tin Swe hatte in der Vergangenheit angekündigt, dass auch die Zensurbehörde selbst abgeschafft werde. Der aktuellen Erklärung zufolge bleibt die Behörde aber bestehen und behält ihre Befugnisse.

Myanmar galt lange als eines der restriktivsten Länder der Welt. Jahrzehntelang herrschte eine Militärjunta. Seit dem Frühjahr 2011 ist eine formal zivile Regierung unter Präsident Thein Sein an der Macht, die eine Reihe von Reformen eingeleitet hat. Im Rahmen des Reformprogramms wurden auch hunderte politischer Häftlinge freigelassen.

Thein Sein
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Präsident Thein Sein führt das Land seit 2011 und hat eine Reihe von Reformen eingeleitet.

Suu Kyi bei ihrer Dankesrede 21 Jahre nach Verleihung des Friedensnobelpreises
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Mit Oppositionsführerin Suu Kyi verbinden sich Hoffnungen auf demokratischen Wandel.

Rosiger Ausblick für die Wirtschaft

Ins Parlament zog mittlerweile Oppositionsführerin Aung San Suu Kyi ein. Sie war zuvor lange Jahre inhaftiert gewesen oder stand unter Hausarrest. Für ihre Arbeit erhielt sie den Friedensnobelpreis. Vor allem mit ihr verbinden sich Hoffnungen auf eine weitere Demokratisierung und wirtschaftlichen Aufschwung.

Die Asiatische Entwicklungsbank attestiert dem Land gute Aussichten. Das Land könne sieben bis acht Prozent Wachstum im Jahr schaffen und das Pro-Kopf-Einkommen bis 2030 verdreifachen, heißt es in einem Ausblick. Myanmar stehe dank seiner strategischen Lage, der Rohstoffe und der jungen Bevölkerung wirtschaftlich eine rosige Zukunft bevor, wenn das Land zügig an seinen Reformen arbeite.

Hintergrund

Das südostasiatische Land wird unterschiedlich benannt. In Deutschland war bis Ende der 1980er-Jahre durchgehend die Bezeichnung Birma üblich, im Englischen hieß es Burma. 1989 beschloss die Militärjunta eine Namensänderung: Seither lautete der offizielle Name Union Myanmar. Im Oktober 2010 wurde der Name noch ein weiteres Mal geändert. Das Land heißt jetzt offiziell Republik der Union von Myanmar.

Das Auswärtige Amt in Berlin verwendet den Namen Myanmar. Die Tagesschau und tagesschau.de verwenden inzwischen ebenfalls diesen Namen.

Myanmar schafft die Medienzensur ab
N. Glass, ARD-Hörfunkstudio Singapur zzt. Bangkok
20.08.2012 15:19 Uhr

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Stand: 20.08.2012 13:12 Uhr

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