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Birmas Militärführung ist nun offenbar bereit, mehr Helfer aus asiatischen Ländern ins Land zu lassen, als bislang geschehen. Die Junta habe grünes Licht für Helfer und Ärzte aus den Mitgliedsländern der südostasiatischen Staatengemeinschaft Asean gegeben, sagte Singapurs Außenminister George Yeo nach einem Asean-Krisentreffen in Singapur. Wie Yeo weiter mitteilte, stimmte der birmanische Außenminister Nyan Win zu, dass die Asean-Länder die Hilfe koordieren sollen.
[Bildunterschrift: Die Asean-Länder sollen die Hilfe koordinieren, sagte der birmanische Außenminister Nyan Win. ]
Für die Opfer der Wirbelsturmkatastrophe wurde außerdem für Sonntag eine internationale Geberkonferenz nach Rangun einberufen. Dies teilten UN-Generalsekretär Ban Ki Moon und die Asean mit. Die birmanische Militärjunta hat das Land seit dem verheerenden Zyklon, der am 2. und 3. Mai über den Südwesten des Landes zog, nur zögerlich für Hilfe von außen zugänglich gemacht. Die Einwilligung in eine Geberkonferenz zur Finanzierung und Koordinierung der Hilfen gilt als Zugeständnis der Machthaber.
Die Militärjunta ordnete zudem eine Staatstrauer für die Opfer des Wirbelsturms "Nargis" an. Von Dienstag an sollen die Flaggen drei Tage auf halbmast wehen.
[Bildunterschrift: In Birma sind vor allem Kinder von der befürchteten Hungersnot bedroht. ]
Auch zwei Wochen nach dem verheerenden Wirbelsturm warten Hunderttausende Menschen in den betroffenen Gebieten auf Wasser, Nahrung und medizinische Hilfe. Die birmanische Regierung ließ bislang überwiegend nur eigenen Rettungstrupps in das stark verwüstete Irrawaddy-Delta. Doch die dort errichteten Zelte und verteilten Lebensmittel würden nach Angaben internationaler Hilfsorganisationen bei Weitem nicht ausreichen. Erste Krankheiten brechen aus. Die Angst vor Seuchen steigt.
Von den vor Birma kreuzenden französischen, amerikanischen und britischen Kriegsschiffen aus ist das Irrawaddy-Delta per Hubschrauber in einer halben Sunde erreichbar. Doch die Militärführung verweigert den Schiffsbesatzungen den Zugang ins Krisengebiet. An Bord der Kriegsschiffe befinden sich Ärzteteams und Hunderte Tonnen Hilfsgütern.
[Bildunterschrift: Beschuldigt die Junta der "unterlassenen Hilfeleistung": Frankreichs Außenminister Kouchner. ]
Der französische Außenminister Bernard Kouchner sprach sich dafür aus, auch gegen den Willen der birmanischen Regierung der Not leidenden Bevölkerung zu helfen. Die Junta mache sich der "unterlassenen Hilfeleistung" für Menschen in Gefahr schuldig, weil sie ausländischen Helfern keinen ausreichenden Zugang zu den vom Wirbelsturm verwüsteten Gebieten gewähre, schrieb er in einem Namensartikel für die Zeitung "Le Monde". "Der UN-Sicherheitsrat kann ein Einschreiten beschließen, damit die Hilfe durchkommt." Kouchner verwies auf Beispiele wie in Bosnien, Ruanda oder Dubrovnik, in denen die Vereinten Nationen Hilfskorridore eingerichtet habe.
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