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Knapp zwei Wochen nach dem verheerenden Wirbelsturm müssen viele Opfer in Birma weiter auf Hilfe warten. Die Blockadehaltung der Militärjunta, aber auch er einsetzende Monsun macht den Helfern die Arbeit schwer. Und das Leid könnte noch größer werden: Die Uno warnt, dass sich in der Region ein neuer Zyklon bildet.
Von Bernd Musch-Borowska, ARD-Hörfunkstudio Südostasien
[Bildunterschrift: In Behelfshütten suchen die Menschen im Irrawaddy-Delta Schutz vor dem Monsun. ]
Im Flussdelta des Irrawaddy dringen die Helfer und Rettungskräfte allmählich auch in die entlegeneren Regionen des Katastrophengebietes vor. In der Hafenstadt Labutta hat der Malteser Hilfsdienst Behelfskliniken eingerichtet. Doch noch immer kommt zu wenig Hilfe an, denn noch immer behindert die Militärregierung die internationalen Hilfsorganisationen bei der Arbeit und lässt keine ausländischen Helfer sondern nur lokale Rettungskräfte ins Katastrophengebiet reisen. Marcus Prior vom Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen WFP berichtet: "Die Hilfsorganisationen schätzen, daß sie erst zehn Prozent des Personals und des Materials, das gebraucht wird, im Einsatz haben. Wir müssten täglich etwa 375 Tonnen Lebensmittel in den am stärksten betroffenen Gebieten verteilen. Wir schaffen aber höchstens 20 Prozent davon."
Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO sind im Flussdelta bereits erste Krankheitsfälle aufgetreten. Besonders gefährdet seien die Kinder, sagte Richard Bridel, der Regionaldirektor des Kinderhilfswerks Unicef: "Wir sind sehr besorgt, daß die Fälle von akuter Unterernährung dramatisch zunehmen werden."
Heftige Regenfälle behindern die Arbeit der Rettungskräfte im Irrawaddy-Delta. Mit Einsetzen der bevorstehenden Monsun-Regenzeit, könnte sich die Lage weiter verschlechtern, sagte Terje Skavdal, der UN-Koordinator für humanitäre Hilfsaktionen: "Nach der Wettervorhersage wird es in den nächsten Wochen regnen und es heißt, der Regen könnte genauso stark werden, wie im Mai vergangenen Jahres." Das, befürchtet er, würde dann für die Menschen im Katastrophengebiet, für die Überlebenden und für die Helfer, eine ganz schwierige Situation.
[Bildunterschrift: Heftige Regenfälle erschweren die Lage für Opfer und Helfer ]
Die Europäische Union hat die Militärmachthaber in Birma aufgefordert, das Land unverzüglich für internationale Helfer zu öffnen. Die zuständigen Entwicklungshilfeminister diskutierten auch den französischen Vorschlag, Hilfsgüter ohne Genehmigung der Militärs und sogar gegen deren Willen über dem Katastrophengebiet abzuwerfen. Solche Ideen werden von den Helfern in Birma jedoch abgelehnt, denn dadurch werde die Zusammenarbeit mit der Militärregierung noch weiter verschlechtert, sagte UN-Koordinator Terje Skavdal: "Ich glaube, im Moment denkt niemand wirklich an das Abwerfen von Hilfsgütern über dem Katastrophengebiet. Man sollte viel mehr versuchen, die Zusammenarbeit mit der Militärregierung zu verbessern, damit die internationalen Helfer einen besseren Zugang ins Katastrophengebiet bekommen."
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Die offizielle Zahl der Toten ist inzwischen auf 34.000 gestiegen. Mehr als 27.000 Menschen werden nach Angaben des Staatsfernsehens noch vermisst. Die Hilfsorganisationen gehen jedoch davon aus, daß die endgültige Zahl der Opfer deutlich höher liegen wird.
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