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21.11.2009

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Ausland

Birmas Mönche drohen mit Aufruf zu Olympia-Boykott

Aufruf zu Olympia-Boykott?

Birmas Mönche drohen China

Mönche in der Stadt Mae Sot an der Grenze zu Myanmar (Foto: AP) Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: Mönche in der Stadt Mae Sot an der Grenze zu Myanmar ]
Birmas Mönche wollen zu einem Boykott der Olympischen Spiele in China aufrufen, wenn Peking eine Verurteilung des Landes im Weltsicherheitsrat erneut verhindert. "Wenn die chinesische Regierung wieder ihr Veto benutzt, um eine Birma-Resolution zu verhindern, rufen wir die Mönche weltweit auf, eine Olympia-Boykott-Kampagne zu starten", zitierte die Exilgruppe "US- Kampagne für Birma" den Mönch U Gambira. Er gehört einer Mönchsvereinigung an, die im Untergrund agiert und die Massenproteste gegen das Militärregime Mitte September organisiert hat. Die Junta fahndet nach U Gambira, der nach Angaben der Exilgruppe untergetaucht ist.

Die Gruppe zitiert außerdem einen anderen Mönch, nach dessen Angaben Soldaten nach der brutalen Niederschlagung der Demonstrationen vor zwei Wochen in mindestens 37 Klöster eindrangen und 300 bis 500 Mönche ermordeten. Offiziell hat die Junta bislang nur zehn Tote eingeräumt.

"Starkes Bedauern" statt "Verurteilung"

Der UN-Sicherheitsrat wird seine geplante Resolution gegen die Repressionen in Birma voraussichtlich nur in stark abgeschwächter Form verabschieden. Vor allem China habe eine Reihe von Änderungen an dem von den USA, Frankreich und Großbritannien eingebrachten Entwurf durchgesetzt, berichtete der ghanaische Delegierte Albert Yankey nach rund dreistündigen Beratungen der 15 Ratsmitglieder hinter verschlossenen Türen.

Nach Angaben Yankeys, dessen Land diesen Monat den Ratsvorsitz innehat, setzte China vor allem durch, dass der Text die "gewalttätige Niederschlagung der friedlichen Proteste" in Birma nicht mehr "verurteilt", sondern nur noch "stark bedauert". Ganz weggefallen sei zudem die Drohung mit "weiteren Schritten" - stattdessen heiße es lediglich, der Rat werde die Situation weiter beobachten.

Haftstrafen für Demonstranten?

General Than Shwe (Foto: AP) Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: General Than Shwe führt seit 1992 die Militärjunta in Birma ]
Unterdessen drohte Birmas Militärregierung tausend Demonstranten mit Haftstrafen. Wer wegen Gesetzesverstößen festgenommen worden sei, müsse auch vor Gericht gestellt werden und im Falle eines Schuldspruchs eine Gefängnisstrafe absitzen, hieß es in der staatlichen Zeitung "New Light of Myanmar", die als Sprachrohr der Regierung gilt. Gleichzeitig warf die Junta den Demonstranten vor, mit ihren Protesten der Wirtschaft des Landes geschadet zu haben. Läden und Restaurants hätten deswegen schließen müssen, viele Tagelöhner hätten ihre Arbeit verloren.

Dossier: Weitere Meldungen Birma Verzweifelter Aufstand mit traurigem Ende - Hintergründe zur Lage im Land. [Stand: September 2007]

Bessere Kontakte zur Oppositionsführerin?

Die birmesische Oppositionsführerin Suu Kyi (Archivbild von 2002) (Foto: REUTERS) Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: Seit Jahren immer wieder in Gewahrsam: Die birmesische Oppositionsführerin Suu Kyi (Archivbild von 2002) ]
Ebenfalls in der Zeitung äußerte die Militärregierung die Hoffnung auf "reibungslose Beziehungen" zu der unter Hausarrest stehenden Oppositionsführerin Aung San Suu Kyi. Der stellvertretende Arbeitsminister Aung Kyi wurde als Verbindungsoffizier für Kontakte zu Suu Kyi ernannt. Dies könnte nach Aussagen von Experten ein ernsthaftes Interesse der Generäle an Verhandlungen über eine Freilassung der Oppositionspolitikerin bedeuten.

Nach der Niederschlagung der jüngsten Demonstrationen hatte Junta-Chef Than Shwe - der für seine persönliche Abneigung gegen Suu Kyi bekannt ist - direkte Gespräche mit der Oppositionsführerin in Aussicht gestellt. Bedingung hierfür sei allerdings, dass sie ihren "Konfrontationskurs" aufgebe und sich nicht weiter für Sanktionen gegen die Militärregierung einsetze. Die Nobelpreisträgerin hat knapp zwölf der vergangenen 18 Jahre im Gefängnis oder unter Hausarrest verbracht.

Stand: 09.10.2007 11:08 Uhr
 

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