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[Bildunterschrift: In Rangun gingen am Sonntag rund 20.000 Menschen auf die Straße - und zum ersten Mal protestierten sie offen mit politischen Parolen gegen das Regime. ]
Die Militärjunta in Birma gerät angesichts der wachsenden Proteste immer stärker in Bedrängnis. Nach Agenturberichten demonstrierten rund 20.000 Menschen - unter ihnen 10.000 buddhistische Mönche - in der größten Stadt des Landes Rangun. Die Geistlichen sind die Anführer der Protestbewegung. Einige hundert von ihnen waren am Montag erstmals gegen die seit 45 Jahren regierende Militärjunta auf die Straße gegangen. Seitdem wurden die Demonstrationszüge täglich größer. Inzwischen regt sich auch in anderen Teilen des Landes Protest: In der zweitgrößten birmanischen Stadt Mandalay demonstrierten 500 Menschen. Während öffentliche Proteste normalerweise sofort niedergeschlagen werden, sind die Mönche nur schwer angreifbar, denn sie werden von der Bevölkerung tief verehrt.
[Bildunterschrift: Inzwischen beteiligen sich auch Nonnen (hier in rosa) an den Protesten. ]
Selbstbewusst erklärte die Allianz der buddhistischen Mönche inzwischen denn auch, die Demonstrationen würden nicht eher ausgesetzt, als dass die Militärregierung gestürzt sei. Begonnen hatten die Proteste, nachdem die Militärführung Mitte August die Treibstoffpreise sowie die Kosten für andere Versorgungsgüter drastisch erhöht hatte. Dabei ist die Versorgungslage in dem Land ohnehin katastrophal. Etwa jedes dritte Kind gilt als unterernährt. Es handelt sich um die größten öffentlichen Proteste gegen die Regierung seit der großen Oppositionsbewegung von 1988, die gewaltsam niedergeschlagen worden war.
[Bildunterschrift: Hoffnungsträgerin für viele Birmanen: Aung San Suu Kyi (Archivbild 2002) ]
Am Samstag hatte die Militärführung die Demonstranten am Haus der seit Jahren unter Hausarrest stehenden Anführerin der damaligen Demokratiebewegung, Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi, vorbeimarschieren lassen. Wie Augenzeugen berichteten, sei die 62-Jährige mit Tränen in den Augen vor die Tür getreten. "Sadhu, Sadhu" - "Gut gemacht", habe sie immer wieder gesagt. Die Sicherheitskräfte, die jeden Zugang zu ihrem Haus seit Jahren verweigern, schritten nicht ein.
Suu Kyi verbrachte fast zwölf der vergangenen 18 Jahre in Isolation unter Hausarrest. Sie führte den 1988 niedergeschlagenen Widerstand mit der Forderung nach demokratischen Wahlen an. Das Militär ließ Wahlen schließlich zu, die sie mit ihrer "Nationalliga für Demokratie" 1990 haushoch gewann. Das Ergebnis erkannten die Generäle jedoch nie an. Den Nobelpreis erhielt sie 1991 für ihren Einsatz für einen friedlichen Regimewechsel in Birma.
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