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[Bildunterschrift: Sicherheitspolizei im Zentrum von Rangun geht gegen Demonstranten vor. ]
Die birmanische Militärregierung versucht offenbar alles, um zu verhindern, dass Informationen aus dem Land nach außen dringen. Der in Oslo ansässige oppositionelle Rundfunksender "Democratic Voice of Birma" sowie verschiedene anderer Medien melden, die Junta habe die Internetverbindungen abschalten lassen. Internetcafes seien geschlossen, Telefonleitungen gekappt worden. Als offiziellen Grund habe die staatliche Telekomgesellschaft den Bruch eines Kabels angegeben.
Ziel ist es offensichtlich, die Berichterstattung über die Proteste zu unterbinden. Bislang gehörten Berichte, Fotos und Videos, die über das Internet übermittelt wurden, zu den Hauptinformantionen über die Proteste in dem Land.
Nach Medienberichten verlängerte die Junta die Ausgangssperre für Rangun, die größte Stadt des Landes, um weitere 24 Stunden. Obwohl in den Straßen Militär und Polizei patrouillierten, sollen sich in Rangun wieder Demonstranten versammelt haben. Es sollen auch wieder Schüsse gefallen sein.
[Bildunterschrift: Buddhistische Mönche bei einer Demonstration ]
Zuvor hatte die Militärregierung fünf buddhistische Klöster zu Sperrzonen erklärt. Die Mönche in den betroffenen Einrichtungen würden als Rädelsführer bei den seit rund zwei Wochen anhaltenden Protestkundgebungen betrachtet, hieß es aus diplomatischen Kreisen in Rangun. Die birmanische Regierung ließ verlauten, dass sie die Mönche jetzt unter ihrer Kontrolle habe und drohte damit, sich nunmehr den anderen Zivilisten unter den Demonstranten zuzuwenden. Augenzeugen berichteten, dass das Militär damit begonnen habe, das Zentrum Ranguns mit Straßensperren abzuriegeln.
Inzwischen gehen die diplomatischen Bemühungen zur Lösung des Konflikts weiter. Am Samstag soll der UN-Sonderbeauftragte Ibrahim Gambari nach Birma reisen und versuchen, die Lage zu entschärfen. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon rief die herrschende Militärjunta in New York zu einem konstruktiven Dialog mit Gambari auf. Die US-Regierung forderte die Junta auf, Gambari zu gestatten, auch mit den religiösen Führern der Buddhisten und mit der seit Jahren unter Hausarrest stehenden Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi zu sprechen.
Bilder:
[Bildunterschrift: Gewaltsames Vorgehen gegen Demonstranten in Brima ]
Gestern war die Lage in Birma eskaliert. Bei dem Versuch der Militärjunta, die anhaltenden Massenproteste mit brutaler Härte zu ersticken, kamen mindestens neun Menschen ums Leben. Nach Medienberichten schossen Soldaten in die Menge und stürmten mehrere Klöster buddhistischer Mönche. Unter den Toten war mindestens ein Ausländer - ein Pressefotograf aus Japan.
Anmerkung der Redaktion: Verlässliche Angaben aus dem Land zu bekommen ist schwierig. Die seit 45 Jahren regierende Militärjunta kontrolliert die heimischen Medien streng und seit dem Beginn der Proteste wurde ausländischen Journalisten kein Einreisevisum mehr erteilt.
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