Menschen auf einem Markt in Kalkutta | Bildquelle: picture alliance / robertharding

UN-Studie Zehn Milliarden Menschen bis 2050

Stand: 22.06.2017 08:57 Uhr

Im Jahr 2050 werden fast zehn Milliarden Menschen auf der Erde wohnen - trotz sinkender Geburtenrate. Das geht aus Berechnungen der Vereinten Nationen hervor. Schon in sieben Jahren könnte demnach Indien das bevölkerungsreichste Land werden.

Die Weltbevölkerung wird nach Berechnungen der Vereinten Nationen bis 2050 von derzeit 7,6 Milliarden Menschen auf 9,8 Milliarden wachsen. Laut dem Bericht der UN steigt die Zahl der Erdbewohner bis 2030 auf 8,6 Milliarden und erreicht bis zum Jahr 2100 die Marke von 11,2 Milliarden. Die UN-Abteilung für Wirtschaft und Soziales errechnete zudem, dass Indien in etwa sieben Jahren das bevölkerungsreichste Land der Erde sein wird - vor China. Außerdem dürfte Nigeria bis 2050 die USA vom dritten Platz ablösen.

Mehr Ältere, mehr Afrikaner

Den stärksten Zuwachs werde die Bevölkerung in Afrika verzeichnen. Sie werde sich von heute knapp 1,3 Milliarden Menschen auf voraussichtlich rund 2,5 Milliarden Menschen im Jahr 2050 fast verdoppeln. Bis 2100 werde die Bevölkerung in Afrika um weitere zwei Milliarden auf rund 4,5 Milliarden Menschen wachsen.

Gleichzeitig werde sich in diesem Zeitraum die Zahl der Menschen über 60 Jahre mehr als verdoppeln, heißt es in dem Bericht. Die Zahl dürfte von derzeit 962 Millionen auf 2,1 Milliarden ältere Menschen im Jahr 2050 und 3,1 Milliarden im Jahr 2100 steigen.

Mehr Geld für Familienplanung gefordert

Die UN gehen bei ihren Berechnungen davon aus, dass die Kinderzahl pro Frau weiter sinkt. Die Geburtenrate in Afrika könnte nach diesen Prognosen bis 2100 auf 2,1 Kinder pro Frau sinken. Die in Deutschland ansässige Stiftung Weltbevölkerung warnt allerdings vor einem weitaus höheren Anstieg der weltweiten Geburtenzahlen, sollten die Geberländer nicht zusätzliches Geld für die Familienplanung bereitstellen.

Nur wenn Deutschland und andere Geberländer zusätzliche Mittel für Familienplanungsangebote bereitstellten, seien die neuen UN-Projektionen realistisch, so die Geschäftsführerin der Stiftung, Renate Bähr. "Andernfalls laufen wir Gefahr, dass das Bevölkerungswachstum wieder an Fahrt aufnimmt."

Bereits die heutige Bevölkerungszunahme stelle die Entwicklungsländer vor große Herausforderungen hinsichtlich der Ernährung, Gesundheitsversorgung und Bildung ihrer Bevölkerung. Noch immer könnten mehr als 220 Millionen Frauen in Entwicklungsländern nicht verhüten, obwohl sie das gerne möchten. "Hätten alle diese Frauen Zugang zu modernen Verhütungsmitteln, gäbe es jährlich 21 Millionen weniger ungeplante Geburten", so Bähr.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 22. Juni 2017 um 09:00 Uhr.

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