Trump und Berater Frazier | Bildquelle: AFP

Protest nach Charlottesville Berater kehren Trump den Rücken

Stand: 15.08.2017 08:44 Uhr

Erst spät hat US-Präsident Trump nach der Gewalt in Charlottesville Rechtsextremismus verurteilt. Zu spät, finden auch einige seiner prominenten Berater. Drei Konzernchefs haben aus Protest ihren Rückzug aus dem Beratergremium erklärt.

Aus Protest gegen die zögerliche Reaktion Donald Trumps auf die rechte Gewalt in Charlottesville haben mehrere Konzernchefs das Beratergremium der US-Präsidenten verlassen. Bereits am Montag war der Merck-Chef Kenneth Frazier zurückgetreten, nun folgten die Unternehmenslenker von Intel und Under Armour, Brian Krzanich und Kevin Plank.

Die beiden Vorstandschefs erklärten, sie seien nicht mehr Teil des Industrierats, der Trump in wirtschaftspolitischen Fragen berät. "Ich trete zurück, weil ich Fortschritte machen möchte, während viele Leute in Washington mehr damit beschäftigt zu sein scheinen, jeden zu attackieren, der nicht mit ihnen übereinstimmt", begründete Krzanich den Schritt auf seinem Blog. Der Afroamerikaner Frazier hatte seinen Rückzug via Twitter begründet: "Ich fühle mich verantwortlich, Stellung gegen Intoleranz und Extremismus zu beziehen."

Donald Trump, Kenneth Frazier und Mark Fields | Bildquelle: AP
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Da herrschte noch Einvernehmen: Im Februar saß Merck-Boss Frazier bei einem Treffen noch direkt neben Trump.

Kritik in den eigenen Reihen

In Charlottesville war es am Wochenende bei einer Kundgebung von Rassisten und Neonazis zu gewalttätigen Auseinandersetzungen mit Gegendemonstranten gekommen. Bei einer Attacke eines mutmaßlichen Rechtsextremisten mit einem Auto starb eine 32-jährige Frau, 19 Menschen erlitten teils schwere Verletzungen.

Auch in den eigenen Reihen geriet der US-Präsident daraufhin in Kritik, weil er die rechten Anhänger der "White Supremacy"-Bewegung zunächst nicht explizit verurteilte. Er hatte erst Hass und Fanatismus auf "vielen Seiten" angeprangert. Am Montag distanzierte er sich dann doch von den Rechtsextremisten.

In den vergangenen Monaten haben sich bereits mehrere Top-Manager aus dem Beraterstab Trumps zurückgezogen. So legte Tesla-Chef Elon Musk sein Amt nieder, nachdem Trump den Ausstieg aus dem Pariser Klimaabkommen angekündigt hatte. Ex-Uber-Chef Travis Kalanick schied im Protest gegen die Einwanderungspolitik aus.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 15. August 2017 um 09:00 Uhr.

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