Ausgebrannte US-Botschaft in Bengasi

Konsequenzen nach Bengasi-Bericht Vier US-Beamte müssen ihre Posten räumen

Stand: 20.12.2012 05:06 Uhr

Mehr als drei Monate nach dem tödlichen Angriff auf den US-Botschafter in der libyschen Stadt Bengasi zieht Außenministerin Hillary Clinton personelle Konsequenzen. Eine Sprecherin des Ministeriums teilte in Washington mit, dass der Sicherheitschef für den diplomatischen Dienst, Eric Boswell, seine Posten räumen werde.

Hillary Clinton | Bildquelle: REUTERS
galerie

29 Empfehlungen gab die Kommission zur Verbesserung der Lage. Clinton akzeptierte alle.

Die für die Sicherheit der Botschaften zuständige stellvertretende Abteilungsleiterin Charlene Lamb sowie ein weiterer, namentlich nicht genannter Sicherheitsexperte des Amtes seien von ihren Aufgaben entbunden worden.

Gleiches gelte für Raymond Maxwell, der im State Department für Nordafrika zuständig gewesen sei. Alle vier seien bis auf weiteres beurlaubt worden.

Kommission deckt schwere Sicherheitsmängel auf

Eine Untersuchungskommission war zu dem Ergebnis gekommen, dass grobe Sicherheitsmängel das Attentat in Bengasi begünstigt hatten. So hätten sich die USA zu sehr auf libysche Milizen und private Sicherheitskräfte verlassen.

Die fünfköpfige Kommission sprach von Führungsdefiziten in zwei Abteilungen des Ministeriums. Eine schlechte Koordination und undurchsichtige Verantwortlichkeiten hätten dazu geführt, dass die Sicherheitsvorkehrungen im US-Konsulat in der libyschen Stadt unzureichend gewesen seien. Sie gab 29 Empfehlungen zur Verbesserung der Lage.

Clintons Aussage verschoben

Eigentlich sollte Außenministerin Clinton heute vor zwei Kongressausschüssen im Fall Bengasi aussagen. Doch sie hütet wegen einer Gehirnerschütterung noch immer das Krankenbett und wird nach Ministeriumsangaben nun im Januar vor die Gremien treten - kurz bevor sie aus ihrem Amt ausscheidet.

Die Angreifer auf das US-Konsulat in Bengasi legten Feuer und sprühten Slogans an die Hauswände. | Bildquelle: dpa
galerie

Die Angreifer auf das US-Konsulat in Bengasi legten Feuer und sprühten Slogans an die Hauswände.

Bewaffnete Angreifer hatten am 11. September das US-Konsulat in Bengasi gestürmt. Bei der Attacke wurden Botschafter Chris Stevens und drei weitere US-Bürger getötet.

Nach Protesten gegen einen Mohammed-Schmähfilm war die Regierung in Washington zunächst davon ausgegangen, dass ein wütender Mob das Gebäude gestürmt habe. Später wurde eine terroristische Gruppe dafür verantwortlich gemacht.

Darstellung: