Bengasi-Attentat: Schwere Kritik an Clintons Ministerium

Bericht zum Anschlag auf US-Konsulat

Clintons Ministerium soll in Bengasi versagt haben

Eine Untersuchungskommission hat dem US-Außenministerium im Zusammenhang mit dem tödlichen Angriff auf das amerikanische Konsulat in der libyschen Stadt Bengasi schwere Fehler vorgeworfen.

Die Sicherheitsvorkehrungen zur Abwehr solcher Angriffe seien zutiefst "unzureichend" gewesen, hieß es in dem Bericht der vom US-Außenministerium eingesetzten Kommission, aus dem Teile veröffentlicht wurden. So sei das Personal schlecht ausgestattet gewesen, und man habe sich auf bewaffnete, "jedoch schlecht ausgebildete" örtliche Milizen verlassen. Forderungen, das Botschaftspersonal in Bengasi sowie in der libyschen Hauptstadt Tripolis zu verstärken, seien "ignoriert" worden. Es fänden sich jedoch keine Hinweise darauf, dass einzelne Mitarbeiter ihre Pflichten verletzt hätten.

Clinton akzeptierte 29 Empfehlungen

Die Kommission sprach in dem Bericht laut US-Außenministerin Hillary Clinton 29 Empfehlungen zur Verbesserung der Lage aus. Sie habe jede einzelne akzeptiert, erklärte sie. So gebe es etwa bereits Pläne, Hunderte zusätzliche US-Militärs zur Unterstützung des Personals an sämtlichen US-Botschaften zu entsenden.

Die Angreifer auf das US-Konsulat in Bengasi legten Feuer und sprühten Slogans an die Hauswände. (Bildquelle: dpa)
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Die Angreifer auf das US-Konsulat in Bengasi legten Feuer und sprühten Slogans an die Hauswände.

Ein als geheim eingestufter Teil des Berichts wurde am Dienstag an die beiden Kammern des US-Kongresses weitergeleitet. Heute sollten Gespräche der Kommissionsmitglieder mit Abgeordneten hinter verschlossenen Türen stattfinden. Die Regierung von US-Präsident Barack Obama war nach dem Vorfall in Bengasi im eigenen Land scharf kritisiert worden, weil sie den Angriff erst nach mehreren Tagen als Terrorakt eingestuft hatte. Vor allem Obamas UN-Botschafterin Susan Rice stand im Mittelpunkt der Kritik, weil sie die Attacke zunächst als Protest gegen ein islamfeindliches Video und nicht als Terrorangriff dargestellt hatte.

Bewaffnete Angreifer hatten am 11. September das US-Konsulat in Bengasi gestürmt. Bei der Attacke wurden Botschafter Chris Stevens und drei weitere US-Bürger getötet.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 19. Dezember 2012 um 09:00 Uhr.

Stand: 19.12.2012 05:19 Uhr

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