Tatort in Lüttich | Bildquelle: MICHEL TONNEAU/EPA-EFE/REX/Shutt

Belgien Vier Tote bei Attentat in Lüttich

Stand: 29.05.2018 18:08 Uhr

Im belgischen Lüttich hat ein Bewaffneter zwei Polizistinnen und einen Passanten getötet. Der Täter wurde von der Polizei erschossen. Den Ermittlern zufolge wollte er gezielt die Polizei und den belgischen Staat treffen.

Bei einem Attentat im belgischen Lüttich sind am Vormittag vier Menschen getötet worden. Unter ihnen seien zwei Polizistinnen, wie die belgische Staatsanwaltschaft mitteilte.

Ein Mann verfolgte demnach zunächst die zwei Beamtinnen und griff sie mit einem Messer an. Dabei gelang es ihm, ihnen eine Dienstwaffe zu entreißen. Der Täter erschoss die beiden und kurze Zeit später noch eine dritte Person - einen unbeteiligten 22-Jährigen, der mit dem Auto vorbeifuhr.

Anschließend nahm der Mann den Angaben zufolge eine Frau als Geisel und verschanzte sich mit ihr in einer nahegelegenen Schule. Eine in Alarmbereitschaft versetzte Sondereinheit der Polizei beendete die Geiselnahme schließlich. "Der Mann kam aus seinem Versteck, begann auf die Sicherheitskräfte zu feuern und verletzte dabei mehrere Beamte", sagte der Staatsanwalt von Lüttich, Philippe Dulieu. Daraufhin sei der Täter niedergeschossen worden. Die Geisel wurde nicht verletzt.

Vier Tote nach Schüssen in Lüttich
tagesschau 20:00 Uhr, 29.05.2018, Markus Preiß, ARD Brüssel

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Täter wollte laut Behörden Polizei treffen

Nach Angaben des Polizeichefs von Lüttich hatte der Täter gezielt die Polizei ins Visier nehmen wollen. Dies sei sein Motiv gewesen, sagte Christian Beaupère. Der Mann habe keinen Amoklauf begehen, sondern Polizisten treffen wollen - "also die Institution, den belgischen Staat".

Zuvor war bekannt geworden, dass die Ermittlungsbehörden den Fall als terroristische Tat behandeln. Die belgische Bundesstaatsanwaltschaft wurde laut einem Sprecher mit den Ermittlungen betraut, da es Elemente gebe, "die in die Richtung eines Terroranschlags gehen". Medien berichteten, der Angreifer habe "Allahu Akbar" gerufen. Eine Bestätigung der Staatsanwaltschaft dafür gibt es nicht.

Laut dem staatlichen Sender RTBF handelt es sich bei dem Täter um einen 36-jährigen Kleinkriminellen, der eine Haftstrafe abgesessen hatte. Am Montag habe er Freigang gehabt, von dem er nicht zurückkehrte. Medienberichten zufolge soll er, anders als anfangs vermutet, den Behörden als radikalisiert bekannt gewesen sein.

Terrorwarnstufe nicht erhöht

Der belgische Innenminister Jan Jambon erklärte, das nationale Krisenzentrum prüfe die Situation. Die Terrorwarnstufe im Land werde aber nicht erhöht und bleibe auf der zweitniedrigsten Stufe. Gleichzeitig sprach er den Hinterbliebenen sein Beileid aus.

Seit 2016 ist Belgien Schauplatz mehrerer Angriffe auf Militär- oder Polizeibeamte geworden. Der letzte als terroristisch eingestufte Anschlag ereignete sich am 25. August 2017, als ein 30-jähriger Mann Soldaten im Zentrum von Brüssel mit einem Messer angriff. Am 22. Januar hatte Belgien nach drei Jahren die Terrorwarnstufe gesenkt.

Mit Informationen von Kai Küstner, ARD-Studio Brüssel

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 29. Mai 2018 um 12:00 Uhr und 14:00 Uhr.

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