Tatort nach Messerattacke auf belgische Polizisten | Bildquelle: AP

Ermittler vermuten Terrorhintergrund Messerattacke auf Polizisten in Belgien

Stand: 05.10.2016 16:40 Uhr

Fest steht: In Belgien sind heute bei einem Messerangriff zwei Polizisten verletzt worden. Doch was ist der Hintergrund? Zunächst hieß es, "nichts" deute auf einen Terrorakt hin. Inzwischen gehen die Ermittler offenbar vom Gegenteil aus.

Bei einem Messerangriff sind am Vormittag in Brüssel zwei Polizisten verletzt worden. Ein Mann habe die beiden Beamten angegriffen und einen von ihnen am Hals, den anderen am Bauch verletzt, sagte eine Sprecherin der Brüsseler Staatsanwaltschaft. Der Angreifer sei nach der Tat angeschossen und festgenommen worden. Laut belgischen Medienberichten ereignete sich die Tat während einer Polizeikontrolle auf einer Hauptstraße der Hauptstadt-Gemeinde Schaerbeek.

"Derzeit deutet nichts auf eine terroristische Tat hin", hieß es zunächst. zu. Am Nachmittag vollzog die Staatsanwaltschaft dann allerdings eine Kehrtwende: Es sei davon auszugehen, dass der Vorfall einen terroristischen Hintergrund habe. Wie die Ermittler zu diesem Schluss kommen, blieb unklar. Die belgische Bundesstaatsanwaltschaft habe die Ermittlungen an sich gezogen, berichtete die Nachrichtenagentur Belga.

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft handelt es sich bei dem mutmaßlichen Täter um einen 43 Jahre alten Belgier. Bei der Festnahme wurde ein weiterer Beamter leicht verletzt. Ein auf Terrorismus spezialisierter Untersuchungsrichter soll nun entscheiden, ob der Täter in Gewahrsam bleibt. Bei einer Hausdurchsuchung in der Unterkunft des Angreifers wurden weder Waffen noch Sprengstoff gefunden.

Dritter brutaler Angriff binnen zwei Monaten

Es ist nicht die erste brutale Attacke auf belgische Polizisten in diesem Jahr: Am 6. August hatte ein Mann vor einer Polizeiwache in Charleroi zwei Polizistinnen mit einer Machete angegriffen. Der Mann rief dabei "Allahu Akbar" ("Gott ist groß"), bevor ein Polizist auf ihn schoss. Der Angreifer erlag später seinen Verletzungen.

Am 7. September attackierte ein Mann zwei Polizisten im Brüsseler Stadtteil Molenbeek mit einem Messer, die Beamten blieben aber unverletzt. Der Mann war polizeibekannt, aber nicht im Zusammenhang mit dem radikalen Islam aufgefallen.

Bombendrohung legt Brüsseler Bahnhof lahm

Unterdessen legte eine Bombendrohung - ebenfalls am Mittwoch - den Verkehr am Brüsseler Nordbahnhof lahm. Nach Angaben des Netzbetreibers Infrabel konnten das Gebäude und die Strecken allerdings am späten Mittag wieder freigegeben werden.

Auch ein ebenfalls evakuiertes Gebäude mit dem Sitz der Brüsseler Staatsanwaltschaft wurde wieder freigegeben, wie die belgische Nachrichtenagentur Belga berichtet. Hier hatte zuvor ein anonymer Anrufer mit der Sprengung einer Bombe gedroht.

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 05. Oktober 2016 um 16:21 Uhr

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