Belgiens König Albert II. (Bildquelle: REUTERS)

Rede an die Nation Belgiens König Albert II. dankt ab

Stand: 03.07.2013 18:20 Uhr

Der belgische König Albert II. tritt ab und übergibt den Thron seinem ältesten Sohn, Prinz Philippe. In einer Radio- und Fernsehansprache sagte der 79-jährige Monarch, er werde am 21. Juli abdanken. Prinz Philippe ist 53 Jahre alt und hat mit seiner Frau Mathilde vier Kinder.

Prinz Philippe und Prinzessin Mathilde (Bildquelle: dpa)
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Prinz Philippe soll den Thron übernehmen. Er hat mit seiner Frau Mathilde vier Kinder.

Die Zeit sei gekommen, "um die Fackel weiterzureichen", sagte der Monarch unter Verweis auf sein Alter und seine Gesundheit. Alles andere hieße, seinen Pflichten und seinem Verständnis der Rolle des Königs nicht nachzukommen. Dies sei "eine elementare Frage des Respekts" gegenüber den Institutionen und den Belgiern. Albert bedankte sich in der nur wenige Minuten dauernden Rede bei seinem Volk für das Vertrauen, das es ihm und seiner Frau während seiner Regentschaft entgegengebracht habe.

Ministerpräsident Di Rupo dankte Albert II. in einer Ansprache am Abend für seine Dienste. Die Regierung drücke "ihren Respekt und ihr Verständnis für die Entscheidung des Königs aus", sagte er ebenfalls im Fernsehen.

Belgiens König Albert II. dankt ab
L. Stebe, RBB Brüssel
03.07.2013 19:41 Uhr

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Seit 1993 auf dem Thron

Albert ist der erste belgische König, der völlig freiwillig abtritt. Leopold III. gab zwar 1951 den Thron auf - damals war er durch seine Rolle während der deutschen Besatzung im Zweiten Weltkrieg allerdings sehr umstrittenen. Albert ist seit 1993 König, als er den Thron nach dem Tod seines kinderlosen Bruders Baudouin übernahm. Im August hätte sein 20. Thronjubiläum angestanden. Albert galt in letzter Zeit als amtsmüde.

Der belgische König hat keine politische Macht und nur eine repräsentative Rolle im Staat. Er ist aber eine wichtige Klammer in dem vom Sprachenstreit zwischen den Französisch sprechenden Wallonen und den Niederländisch sprechenden Flamen sowie einer ungleichen wirtschaftlichen Entwicklung geprägten Land. Belgiens derzeit stärkste Partei, die Neu-Flämische Allianz (NVA), strebt langfristig ein autonomes Flandern und damit ein Ende des Königreiches in seiner jetzigen Form an. Für die Zeit vor den Wahlen im kommenden Jahr wird daher mit verschärfter Kritik an der Funktion der Monarchie gerechnet.

Erst am 30. April hatte in den Niederlanden Königin Beatrix den Thron ihrem Sohn Willem Alexander übergeben. Schon nach der Ankündigung ihres Thronverzichts vor sechs Monaten war spekuliert worden, dass Albert dem Beispiel bald folgen könnte.

Karl-Heinz Lambertz, Deutschsprachige Gemeinschaft in Belgien, zum Rücktritt König Alberts II.
ARD-Morgenmagazin, 04.07.2013

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