Atomkraftwerk in Tihange | Bildquelle: dpa

Atomkraftwerk Tihange in Belgien Umstrittener Reaktor wieder hochgefahren

Stand: 15.12.2015 09:00 Uhr

Der umstrittene Atomreaktor Tihange 2 in Belgien ist seit gestern 21.21 Uhr wieder am Netz - trotz Kritik aus Deutschland. Der Betreiber Electrabel teilte mit, es sei vollkommen sicher, die Anlage wieder in Betrieb zu nehmen.

Der belgische Atomreaktor Tihange 2 ist ungeachtet von Protesten aus Deutschland wieder hochgefahren worden. Das rund 70 Kilometer westlich von Aachen gelegene Kraftwerk sei am Abend um 21.21 Uhr ans Netz gegangen, teilte der Betreiber Electrabel mit. Die Wiederinbetriebnahme sei vollkommen sicher gewesen.

Electrabel @Electrabel
#Tihange 2 has been coupled with the grid at 21h21

Der Reaktor war zuletzt im März 2014 wegen Sicherheitsbedenken abgeschaltet worden, nachdem Haarrisse an den Reaktorbehältern entdeckt waren worden. Nach einer Überprüfung teilte die Nuklearaufsichtsbehörde AFCN jüngst aber mit, dass es sich dabei um ein Problem handle, das keine Gefahr für die Sicherheit der Reaktoren darstelle.

Scharfe Kritik aus NRW

Nordrhein-westfälische Politiker hatten die Pläne für das Wiederanfahren von Tihange 2 bereits im Vorfeld scharf kritisiert. Sie bezeichneten das Vorgehen der belgischen Behörden unter anderem als "russisches Roulette".

Aachen hatte vergangene Woche erstmals für einen atomaren Krisenfall geübt - und dabei den größten anzunehmenden Unfall (GAU) in Tihange simuliert. Die Stadt teilte mit, dass es sinnvoll sei, Jodtabletten, die vor Schilddrüsenkrebs schützen, an die Bevölkerung zu verteilen. Weitere Ergebnisse des Testszenarios stünden noch aus.

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