Belfast: Straßenschlachten zwischen Loyalisten und Polizei

Widerstand gegen pro-irische Kundgebung

Erneute Krawalle in Nordirland

Bei Zusammenstößen im nordirischen Belfast sind mehrere Sicherheitskräfte und Demonstranten verletzt worden. Die Polizei setzte im Stadtzentrum Wasserwerfer, Plastikgeschosse und Hunde gegen mehrere Hundert pro-britische Demonstranten ein, die die Route einer Kundgebung des pro-irischen Lagers blockierten.

Aus der Menge der pro-britischen Loyalisten flogen Steine, Feuerwerkskörper sowie Mobiliar und Gläser, die offenbar aus einer Kneipe entwendet worden waren, in Richtung der Sicherheitskräfte. Zudem wurden einige Autos in Brand gesetzt. George Hamilton, Chef der nordirischen Polizei, sprach von "schweren und fortwährenden" Angriffen auf die Beamten.

Zwei pro-britische Demonstranten gehen an einem brennenden Auto vorbei. (Bildquelle: Reuters)
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Bei den Krawallen in Belfast wurden auch Fahrzeuge in Brand gesetzt.

Wasserwerfer-Einsatz im Herzen vom Belfast (Bildquelle: AP)
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Die Polizei setze Wasserwerfer gegen pro-britische Demonstranten ein.

Die etwa 5000 Teilnehmer der eigentlichen Kundgebung zogen schließlich auf einer anderen Route weiter. Nach Ende der Kundgebung gab es keine weiteren Ausschreitungen.

Zu der Demonstration hatten unter anderem Sympathisanten der IRA und Gegner des Friedensprozesses in Nordirland aufgerufen. Sie fand anlässlich des Jahrestages der "Internierung" von IRA-Kämpfern und IRA-Sympathisanten 1971 statt. Damals nahmen britische Armee und nordirische Polizei Hunderte Menschen fest und sperrten sie ohne Prozess ein. Die Internierung, die bis 1975 praktiziert wurde, wurde fast ausschließlich gegen katholische Nordiren angewandt. Sie führte zu einer Verschärfung des Bürgerkriegs.

Gewalttätige Ausschreitungen im nordirischer Stadt Belfast
tagesschau 20:00 Uhr, 10.08.2013

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Streit um britische Fahne in Belfast

In Nordirland war es zuletzt Mitte Juli zu größeren Ausschreitungen gekommen. Sie waren ausgebrochen, nachdem einer traditionellen Parade des Oranier-Ordens die Marschroute entlang des Grenzgebiets zwischen katholischen und protestantischen Vierteln untersagt worden war. Tagelange gewaltsame Proteste hatte es auch im Januar gegeben, nachdem der Stadtrat von Belfast beschlossen hatte, die britische Flagge nur noch einige Tage im Jahr hissen zu lassen.

Stand: 10.08.2013 10:04 Uhr

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