Libyen streitet Bedrohung für westliche Staatsbürger ab

Die libysche Flagge (Bildquelle: picture alliance / zb)

Nach Heimreise-Aufforderung des Auswärtigen Amts

Libyen streitet Bedrohung für westliche Staatsbürger ab

Die libysche Regierung hat Berichte über eine konkrete Bedrohung für westliche Staatsbürger in der Stadt Bengasi bestritten. Nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Lana versicherte das Innenministerium, dass die Sicherheitslage in der Hafenstadt stabil sei.

Entsprechende Behauptungen entbehrten jeder Grundlage, wurde ein Vertreter des libyschen Innenministeriums zitiert. Er versicherte, dass die Sicherheitslage in der Hafenstadt stabil sei. Warum zuerst die britische Regierung ihre Bürger zum Verlassen Bengasis und der umliegenden Küstenregion aufgerufen habe, wisse man nicht. Eine entsprechende Anfrage des libyschen Innenministeriums bei der britischen Botschaft in Tripolis sei unbeantwortet geblieben.

Weitere Länder schließen sich der Warnung an

Neben Deutschland und Großbritannien haben inzwischen auch die Niederlande, Australien, Kanada und die Schweiz ihre Bürger zum Verlassen Bengasis aufgerufen. In Deutschland hieß es vom Auswärtigen Amt, es lägen Hinweise auf eine unmittelbare konkrete Bedrohung westlicher Staatsangehöriger vor.

Außenminister Guido Westerwelle sprach von einer "ernsten und delikaten Lage". Die Warnung sei wegen "verschiedener Hinweise" erfolgt. Konkreter wurde Westerwelle nicht. Das Auswärtige Amt geht von nur wenigen Deutschen in Bengasi aus, kann aber keine genaue Zahl nennen. Die Stadt hat 700.000 Einwohner und ist die zweitgrößte des Landes.

Das Ministerium warnt seit Tagen vor einer erhöhten Gefahr von Anschlägen und gezielten Entführungen westlicher Ausländer in Nordafrika und den Ländern, die südlich an die Sahara grenzen. Gerade auch Deutsche seien einer deutlich ansteigenden Gefahr ausgesetzt. Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler hatte am Mittwoch eine Reise nach Algerien und Libyen wegen der angespannten Sicherheitslage in Nordafrika abgesagt.

Auswärtiges Amt spricht Terrorwarnung für Bengasi aus
J. Brandscheid, ARD Berlin
24.01.2013 20:30 Uhr

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Von der Regierung in London hieß es, es gebe eine "spezifische und unmittelbare Bedrohung für westliche Staatsbürger" in Bengasi. Die Warnungen folgen auf das Geiseldrama auf einem algerischen Gasfeld und weitere islamistische Drohungen als Reaktion auf den Beginn des französischen Mali-Kampfeinsatzes.

Bei einem Angriff auf das US-Konsulat in Bengasi am 11. September waren der US-Botschafter Christopher Stevens und drei weitere Diplomaten getötet worden. Mitte Januar hatte es in Bengasi Schüsse auf den italienischen Konsul gegeben. Er blieb bei dem Angriff auf seinen Dienstwagen aber unverletzt.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 24. Januar 2013 um 20:00 Uhr

Stand: 25.01.2013 11:46 Uhr

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