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Weitere Konsequenzen aus Skandalserie

BBC-Nachrichtenchefin lässt Amt ruhen

Die Krise bei der BBC zieht weitere Kreise: Nach dem Rücktritt von Generaldirektor Entwistle lassen mit Nachrichtenchefin Boaden und ihrem Stellvertreter Mitchell zwei ranghohe Mitarbeiter ihre Ämter ruhen. Der Sender gerät derweil immer stärker unter Druck.

Von Sebastian Hesse, ARD-Hörfunkstudio London

Helen Boaden
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Helen Boaden hatte Verantwortung für die TV-, Hörfunk- und Online-Nachrichten.

Bei der BBC sind vor dem Hintergrund der Skandalserie rund um die Berichterstattung über Missbrauchsfälle weitere Köpfe gerollt: Die Nachrichtenchefin Helen Boaden und ihr Stellvertreter Steve Mitchell nahmen ihren Hut. Gründe wurden offiziell nicht genannt.

Der Sender untersucht derzeit aber intern fieberhaft, wer an den gravierendsten journalistischen Fehlentscheidungen beteiligt war. Das war zum Einen das Zurückhalten eines Berichts über Missbrauchsfälle durch den früheren BBC-Starmoderator Jimmy Saville - und zum Anderen das Ausstrahlen eines Beitrages, in dem ein führender Politiker der Konservativen fälschlicherweise mit einem Fall von systematischem Kindesmissbrauch in Zusammenhang gebracht wurde.

BBC-Krise zwingt auch Nachrichtenchefin zum Rücktritt
S. Hesse, MDR London
12.11.2012 13:44 Uhr

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"Schlampiger Journalismus"

Zur Krisenbewältigung will der Sender kurzfristig die Verantwortlichen für den "schlampigen Journalismus" zur Rechenschaft ziehen. Langfristig soll aber auch untersucht werden, ob die Kultur des Hauses diese gravierenden journalistischen Fehlentscheidungen begünstigt hat.

Eine gründliche Strukturreform hatte gestern bereits Lord Chris Patten angekündigt, der Chef des obersten Kontrollgremiums. Dem schloss sich heute die Mehrheit der Befragten an, so beispielsweise die ehemalige Rundfunkrat-Vorsitzende Heather Rabbatts: "Die Entscheidungswege zentralisieren, redaktionell klare Strukturen schaffen" - nur so könne journalistische Rechtschaffenheit wieder hergestellt werden.

Aus der Politik kommen jetzt Rufe nach einer externen Lösung: "Leute von außerhalb müssen übernehmen", argumentiert der konservative Abgeordnete Philip Davies. Und er fordert Lord Patten zum Rücktritt auf, da dessen Position "ebenso unhaltbar geworden ist, wie es die von George Entwistle war".

Hohe Abfindung für Ex-BBC-Chef

Am Wochenende war BBC-Chef Entwistle, der auch Chefredakteur war, zurückgetreten. Heute kam heraus, dass er, obwohl er selber seinen Hut nahm, eine Abfindung in Höhe eines Jahresgehaltes erhält: 450.000 Pfund, mehr als doppelt so viel, wie ihm nach nur 54 Tagen im Amt zugestanden hätten. Davies geht hart mit dieser Entscheidung Lord Pattens ins Gericht: Das sei "die ultimative Belohnung für Fehlentscheidungen", so der konservative Politiker.

Dieser Beitrag lief am 12. November 2012 um 14:51 Uhr auf NDR Info.

Stand: 12.11.2012 12:49 Uhr

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