Demonstration in Barcelona | Bildquelle: AFP

Demonstration in Barcelona 500.000 setzen ein Zeichen gegen Terror

Stand: 26.08.2017 22:24 Uhr

Rund eine halbe Million Menschen sind in Barcelona auf die Straße gegangen, um gegen Terror und Gewalt zu demonstrieren - rein rechnerisch jeder dritte Einwohner. Und auch in Ripoll, woher viele der Attentäter kamen, gab es eine bewegende Gedenkfeier.

Von Marc Dugge, ARD-Studio Madrid

"No tinc por" - das ist längst das Motto von Barcelona geworden. Zu Deutsch: Ich habe keine Angst. Der Spruch hallt durch den Passeig de Gracia, der Prachtstraße von Barcelona. Und er steht auf dem großen weißen Transparent, das die Demonstranten vor sich her tragen.

"Wir müssen nach vorne schauen"

Demonstration in Barcelona | Bildquelle: REUTERS
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"No tinc por" - ich habe keine Angst - steht auf vielen Plakaten.

"Es ist schwer, ohne Angst zu leben, aber das Leben muss weitergehen. Die Angst ist in uns, wie eine Art Psychose. Aber wir müssen nach vorne schauen", sagt eine Demonstrantin. Ein Mann sagt: "Ich bin hier, um zu zeigen, dass ich den Terrorismus ablehne und die Attentate verurteile. Und um den Opfern meine Anteilnahme zu zeigen."

Manche möchten auch Dankbarkeit zeigen - den Polizisten und Rettungskräften, die nach den Anschlägen im Einsatz waren. Sie führen die Demonstration an. Viele Zuschauer applaudieren ihnen spontan.

Barcelonas Bürgermeisterin Ada Colau hatte ihnen schon am Nachmittag im Namen der Stadt gedankt: "Ihr habt Euer Bestes gegeben, habt Leben gerettet und eine sehr heikle Situation unter Kontrolle gebracht. Vor allem aber habt ihr den Bürgern ein Gefühl des Vertrauens und der Sicherheit gegeben, so dass diese heute auf die Straße gehen und rufen können, dass wir keine Angst haben."

Applaus, aber auch Pfiffe für König und Premier

König Felipe bei der Demonstration in Barcelona | Bildquelle: dpa
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Auch der König nahm an der Großkundgebung teil - ein Novum in der spanischen Geschichte.

Unter den Demonstranten sind auch Angehörige von Opfern - und Vertreter des öffentlichen Lebens. Allen voran Spaniens Felipe VI. Für ihn ist es die erste Massendemonstration, an der er als König teilnimmt. Auch Spaniens Ministerpräsident Mariano Rajoy ist mit dabei. Die beiden werden aber nicht nur freundlich begrüßt: In den Applaus mischen sich auch Pfiffe.

Viele in Katalonien wollen die Unabhängigkeit von Spanien. Die Regionalregierung möchte in wenigen Wochen eine Volksbefragung dazu abhalten. Das sorgt derzeit für viel Ärger. Aber trotz aller politischer Querelen: Für die meisten Demonstration soll von der Placa de Catalunya ein Signal der Geschlossenheit ausgehen.

Barcelona trotzt dem Terror mit Massen-Demo
tagesthemen 23:15 Uhr, 26.08.2017, Natalia Bachmayer, ARD Madrid

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"Sie werden es nicht schaffen, uns zu spalten"

Auf der Bühne liest eine Schauspielerin ein gemeinsames Manifest vor. Zusammen mit der Sprecherin einer interreligiösen Stiftung:

"Sie werden es nicht schaffen, uns zu spalten, denn wir sind nicht allein. Wir sind Millionen Menschen, die die Gewalt ablehnen und die das friedliche Zusammenleben verteidigen, ob in Barcelona, Manchester, Berlin oder Kabul."

Bewegende Rede der Schwester

Katalonien ist eine Region Spaniens, in der besonders viele Muslime leben. Viele der Attentäter kamen aus der Kleinstadt Ripoll.

Auch dort versammelten sich am Abend viele Menschen, um gegen den Terror zu demonstrieren. Eine junge Frau tritt dort auf eine Bühne. Sie heißt Hafida Oukabir  - und ist die Schwester von zwei der Terroristen. Unter Tränen sagt sie: "Nein zur Gewalt, nein zum Terrorismus, Ja zum Frieden!" Und da brandet es auch in Ripoll auf: das "No Tinc Por" - ich habe keine Angst.

Hunderttausende setzen Zeichen gegen Terrorismus
Marc Dugge, ARD Madrid
26.08.2017 21:40 Uhr

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Über dieses Thema berichteten die tagesthemen am 26. August 2017 um 23:15 Uhr.

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