Blumen und Kerzen zum Gedenken an die Opfer | Bildquelle: REUTERS

Terror in Katalonien Deutsche stirbt nach Anschlägen in Barcelona

Stand: 27.08.2017 14:43 Uhr

Mehr als eine Woche nach den Anschlägen in Katalonien ist eine Deutsche ihren schweren Verletzungen erlegen. Das bestätigte das Auswärtige Amt. Damit stieg die Zahl der Todesopfer bei den Attacken in Barcelona und dem Badeort Cambrils auf 16.

Eine 51-jährige Deutsche ist am Sonntagmorgen ihren Verletzungen durch den Anschlag in Barcelona erlegen. Wie das Auswärtige Amt weiter bestätigte, starb sie in einem Krankenhaus in Barcelona. Sie ist das erste deutsche Todesopfer der Anschläge von Barcelona und Cambrils. Nach Angaben der zuständigen Behörden werden noch weitere 24 Verletzte in Krankenhäusern behandelt. Fünf von ihnen seien noch in kritischem Zustand. Laut Auswärtigem Amt befanden sich unter den insgesamt mehr als 120 Verletzten 13 Deutsche.

Am 17. August war ein 22-jähriger gebürtiger Marokkaner mit einem Lieferwagen in die Menschenmenge auf Barcelonas Flaniermeile Las Ramblas gerast. In Cambrils hatten Angreifer einen Pkw in eine Gruppe von Passanten gelenkt. Zu beiden Taten bekannte sich die Dschihadistenmiliz "Islamischer Staat" (IS). Ermittlungen zufolge planten die Attentäter ursprünglich wesentlich größere Anschläge mit Bomben auf Wahrzeichen in Barcelona. Nach einer Explosion in ihrer mutmaßlichen Bombenwerkstatt in Alcanar änderten sie jedoch ihren Plan.

Von den zwölf mutmaßlichen Mitgliedern der verantwortlichen Terrorzelle sind nach offiziellen Angaben acht tot, zwei befinden sich in Haft, zwei wurden gegen Kaution auf freien Fuß gesetzt.

Zeichen gegen den Terror

In Barcelona waren am Samstagabend Hunderttausende Menschen auf die Straße gegangen, um ein Zeichen gegen Terror und Gewalt zu setzen. Nach Angaben der Polizei beteiligten sich eine halbe Million Menschen an der Massenkundgebung. Mit König Felipe VI. nahm erstmals seit Spaniens Rückkehr zur Monarchie 1975 ein König an einer Demonstration teil. Pfiffe und Proteste gegen Felipe und Rajoy überschattet allerdings die Kundgebung. Beide wurden von zahlreichen Teilnehmern ausgebuht, wüst beschimpft und für die Anschläge mitverantwortlich gemacht.

Ministerpräsident Rajoy hatte die Bevölkerung dazu aufgerufen, zahlreich an der Demonstration teilzunehmen. Kleinere Kundgebungen fanden auch in Madrid, Valencia, Vigo und Ripoll statt. Im katalanischen Ripoll hatte ein Großteil der mutmaßlichen Mitglieder der Terrorzelle, die die Anschläge verübte, gelebt.

Die Schwester eines der mutmaßlichen Attentäter, Hafida Oukabir, rief in Ripoll in einer vom katalanischen Fernsehen übertragenen Rede dazu auf, die "islamistische Botschaft zurückzuweisen". Es handele sich dabei um eine "perverse Ideologie, die keinen Sinn und keinen Grund" habe, sagte Oukabir in ihrer von Schluchzen unterbrochenen Ansprache. Oukabirs 17 Jahre alter Bruder war von der Polizei im Badeort Cambrils erschossen worden. In Cambrils hatten sich bereits am Freitag mehr als 16.000 Demonstranten an einem Marsch gegen den Terrorismus beteiligt.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 27. August 2017 um 17:15 Uhr.

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