Gedenken auf den Ramblas in Barcelona | Bildquelle: AP

Anschläge in Spanien Neuer Hauptverdächtiger weiter auf der Flucht

Stand: 19.08.2017 15:01 Uhr

Von dem neuen Hauptverdächtigen für die Anschläge in Katalonien fehlt weiter jede Spur. Gestern war die Polizei noch von einem anderen Haupttäter ausgegangen. Gewiss scheint inzwischen: Die Angriffe sollten viel verheerender ausfallen.

Von Marc Dugge, ARD-Studio Madrid

Gestern schien sich die Polizei sicher zu sein - jetzt ist doch alles wieder ganz anders. Am Freitag hatte sie einen Hauptverdächtigen ausgemacht: den 17-jährigen Moussa Oukabir. Er habe den Lieferwagen über die Ramblas gefahren, so lief es über alle Medien. Und: Der Minderjährige habe die Papiere seines Bruders gestohlen, um den Wagen zu leihen.

Oukabir wurde in der Stadt Cambrils mit vier anderen Terroristen erschossen. Daher hatte es am Abend geheißen, der Attentäter von Barcelona sei tot.

Dass Oukabir tot ist, stimmt. Doch die Hypothese von ihm als Hauptverdächtigen ist in der Nacht immer mehr in sich zusammengefallen. Jetzt gibt es einen neuen Hauptverdächtigen: den 22 Jahre alten Younes Abouyaaqoub aus Ripoll in Katalonien. Die Fahndung nach ihm und zwei weiteren Verdächtigen läuft auf Hochtouren. Weiterhin gilt deshalb die zweithöchste Terrorwarnstufe 4.

Attentäter planten offenbar noch verheerendere Angriffe
tagesthemen 23:25 Uhr, 19.08.2017, Natalia Bachmayer, ARD Madrid zzt. Barcelona

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Die Angriffe sollten viel verheerender werden

Die Polizei geht von einer mindestens neunköpfigen Terrorzelle aus. Sie soll in einem Haus in der Stadt Alcanar mit explosiven Materialien hantiert haben. Das Haus wurde in der Nacht zum Donnerstag bei einer Explosion zerstört.

Bei der Spurensicherung habe die Polizei Materialien gefunden, die sie vermuten ließen, dass die Planung der Zelle über das hinausging, was wirklich geschah, sagt Polizeichef Josep Lluís Trapero. Ursprünglich sollten explosive Materialien eingesetzt werden - wie Butangas oder Ähnliches. Möglicherweise hätte es also noch einen viel schlimmeren Anschlag geben können.

Die Polizei glaubt, dass die Terroristen dann überstürzt den Plan mit dem Lieferwagen fassten. In den Ruinen des Hauses in Alcanar nahm sie heute noch kontrollierte Sprengungen vor. Außerdem durchsuchte sie in Ripoll das Haus eines Imams, der bei der Explosion umgekommen sein soll.

Gabriel in Barcelona

Unterdessen stattete Bundesaußenminister Sigmar Gabriel Barcelona einen Besuch ab. Am Gedenkort legte er heute Blumen nieder. "Wir wissen, dass die Terroristen versuchen, Angst und Schrecken in den Demokratien zu verbreiten", sagte er. Das habe man in Deutschland mit dem Anschlag auf den Berliner Weihnachtsmarkt erlebt. Jetzt gelte es, den Angehörigen und Opfern zu helfen.

Sigmar Gabriel spricht in Barcelona mit Journalisten | Bildquelle: AFP
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Sigmar Gabriel auf den Ramblas: "Terroristen versuchen Angst und Schrecken zu verbreiten."

Angehörige und Opfer hatte Gabriel schon gestern in einem Krankenhaus besucht. Dabei sprach er mit einer jungen Deutschen, die bei dem Anschlag verletzt worden war. In dem Krankenhaus liegen zwei Frauen aus Deutschland auf der Intensivstation, sie schweben immer noch in Lebensgefahr. Eine Frau mittleren Alters soll sich in einem sehr kritischen Zustand befinden.

"Eine unvorstellbare Belastung" sei dies, sagte Gabriel - "und jetzt müssen wir versuchen, soweit wir irgendwie können, zu helfen". In den Krankenhäusern Barcelonas werden Angehörige psychologisch betreut. Auch viele Freiwillige haben sich gemeldet, um zu helfen.

Neuer Hauptverdächtiger nach Anschlägen auf der Flucht
Marc Dugge, ARD Madrid
19.08.2017 15:15 Uhr

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Über dieses Thema am 19. August 2017 berichtete tagesschau24 um 12:00 Uhr und Deutschlandfunk um 12:21 Uhr.

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