Steve Bannon auf einem Foto aus dem November 2017 | Bildquelle: AP

Zitate in "Fire and Fury" Bannon bedauert und relativiert

Stand: 07.01.2018 23:15 Uhr

Er soll den Sohn des US-Präsidenten unter anderem "unpatriotisch" genannt haben - Trumps Ex-Chefberater Bannon versucht, die im Enthüllungsbuch "Fire and Fury" zitierten Aussagen in einer Erklärung nachträglich zu relativieren. Ein klares Dementi enthält sie allerdings nicht.

Nachdem vor allem seine Zitate im Enthüllungsbuch "Fire and Fury" US-Präsident Donald Trump zum Schäumen gebracht haben, hat sich sein ehemaliger Chefstratege Steve Bannon nun entschuldigt. Er "bedaure", dass seine späte Reaktion über die "fehlerhafte Berichterstattung" bezüglich seiner Äußerungen über Donald Trump junior "die Aufmerksamkeit von den historischen Leistungen des Präsidenten abgelenkt" habe, zitierte die Nachrichten-Website Axios aus einer Erklärung Bannons. Zugleich bekundete er demnach seine "unerschütterliche Unterstützung" für den US-Präsidenten und dessen Agenda. Dass die ihm zugeschriebenen Äußerungen auch tatsächlich so gefallen sind, bestreitet Bannon in seiner Erklärung nicht.

In dem Buch "Fire and Fury: Inside the Trump White House" zitiert Autor Michael Wolff Bannon mit dem Vorwurf, Trumps ältester Sohn habe sich mit einem Treffen im Juni 2016 mit der russischen Anwältin Natalia Weselnizkaja "verräterisch" und "unpatriotisch" verhalten. Bei dem Gespräch ging es um möglicherweise kompromittierendes Material über Trumps Rivalin Hillary Clinton. An der Begegnung im New Yorker Trump Tower hatten auch Trumps Schwiegersohn Jared Kushner und der damalige Wahlkampfleiter Paul Manafort teilgenommen.

"Fire and Fury" auf Deutsch

Das Enthüllungsbuch "Fire and Fury" des Journalisten Michael Wolff über das Weiße Haus unter Donald Trump soll am 19. Februar in der deutschen Ausgabe im Rowohlt Verlag erscheinen. An der Übersetzung werde derzeit gearbeitet, teilte der Verlag mit. Das Buch war am 5. Januar in den USA veröffentlicht worden und hat seitdem hohe Wellen geschlagen.

Bannon erklärte dazu nun, Donald Trump junior sei "ein Patriot und ein guter Mensch". Er habe seinen Vater immerfort unterstützt und die "Agenda, die dazu beigetragen hat, unser Land umzukrempeln". Trumps Ex-Berater führte aus, seine Erfahrung als Marinesoldat auf der Jagd nach sowjetischen U-Booten während des Kalten Krieges habe seine Äußerungen über das Treffen mit der russischen Anwältin beeinflusst. Eigentlich habe seine Kritik dem erfahrenen Kampagnenchef Manafort gegolten, "der hätte wissen müssen", dass die Russen "doppelzüngig, gerissen und nicht unsere Freunde sind".

Dem Treffen mit der Anwältin kommt besonderes Gewicht zu, weil ein Sonderermittler untersucht, ob es zwischen dem Trump-Lager und Russland Absprachen für eine Wahlbeeinflussung gegeben hat.

"Fire and Fury" ein Bestseller

Trump hatte nach Bekanntwerden der Bannon-Zitate aus dem Buch erklärt, Bannon habe "nichts mit mir oder meiner Präsidentschaft" zu tun gehabt. "Als er gefeuert wurde, hat er nicht nur seinen Job verloren, sondern auch seinen Verstand", zürnte der US-Präsident. Am Freitag legte er nach und schrieb im Kurzbotschaftendienst Twitter, bei seiner Entlassung im August habe Bannon "geweint" und "um seinen Job gebettelt". Das Enthüllungsbuch, das seit seinem Erscheinen am Freitag ein Bestseller ist, hat Trump rundweg als "Fake-Buch" voller Verleumdungen verurteilt.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 08. Januar 2018 um 06:00 Uhr.

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