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[Bildunterschrift: Hunderttausende Menschen sind auf der Flucht. ]
Mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 240 Kilometern pro Stunde ist der Zyklon Sidr am späten Abend über den Südwesten Bangladeschs hinweggefegt. Die Behörden sprachen vom schlimmsten Sturm der vergangenen Jahre. Tausende Hütten sowie Strom- und Telefonleitungen seien zerstört, unzählige Bäume entwurzelt worden. Mindestens 425 Menschen kamen nach jüngsten Angaben der Behörden ums Leben.
Die Zahl der Opfer könnte noch weiter steigen, da noch sehr viele Menschen vermisst werden. Zunächst hatten die Behörden 247 Todesopfer registriert. "Die Zahl steigt jetzt aber schnell, da wir mehr und mehr Informationen aus den betroffenen Bezirken erhalten", sagte ein Sprecher des Katastrophenministeriums in Dhaka.
Die massivsten Schäden gab es in 15 Küstenbezirken im Südwesten des Landes. Der Wirbelsturm ließ dort Flüsse und Meer um bis zu fünf Meter ansteigen. Am schwersten betroffen sei der Distrikt Barguna. Allein dort seien 87 Tote gemeldet worden, berichtete der Sprecher der Katastrophenschutzbehörde, Muhammad Mia. Die Situation sei "sehr düster, sehr kritisch". In den Küstengebieten der ostindischen Bundesstaaten West-Bengalen und Orissa wurde dagegen Entwarnung gegeben. Dort richtete Sidr keine bedeutenden Schäden an.
Wirbelsturm Sidr war zunächst mit der zweithöchsten Stärke vier als Super-Zyklon eingestuft worden. Er schwächte sich aber zu einem tropischen Sturm ab, während er nach Nordosten ins Landesinnere weiterzog.
[Bildunterschrift: Viele der Evakuierten sind in Notunterkünften untergebracht. ]
Bereits gestern hatten die Behörden hunderttausende Menschen in den betroffenen Gebieten evakuiert. Allein in dem bei Touristen beliebten Ort Cox's Bazar brachten die Behörden rund 200.000 Menschen in Schutzräume. Ungefähr 400.000 weitere seien aus anderen Küstenregionen in sturmsichere Gebiete gebracht worden. Insgesamt sollten etwa 3,2 Millionen Menschen im Rahmen des staatlichen Evakuierungsplans ihre Häuser verlassen.
Bangladesch wird regelmäßig von Stürmen und Überschwemmungen heimgesucht. 1970 waren durch einen Zyklon eine halbe Million Menschen ums Leben gekommen. 1991 starben 138.000 Menschen durch eine von einem solchen Sturm ausgelöste Riesen-Flutwelle. Seitdem wurden die Notfallpläne verbessert und die Schutzmaßnahmen verstärkt.
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