Soldaten und Panzerfahrzeuge in Dhaka, Bangladesch

Geiseldrama in Bangladesch "Täter waren einheimische Islamisten"

Stand: 03.07.2016 10:50 Uhr

Die Attentäter in Bangladesch, die am Samstag 20 Geiseln genommen und getötet hatten, sind einheimische Islamisten. Das erklärte der Innenminister des Landes. Verbindungen zum IS - der sich zu der Tat bekannt hatte - bestünden nicht.

Das Blutbad in einem Café in Bangladeschs Hauptstadt Dhaka geht nach Angaben der Regierung auf das Konto einer einheimischen Islamistengruppe. Die Angreifer seien Mitglieder der "Jamayetul Mujahideen Bangladesh" (JMB), sagte Innenminister Asaduzzaman Khan.

Zuvor hatte sich bereits die Dschihadistenmiliz "Islamischer Staat" zu dem Angriff auf die "Holey Artisan Bakery" in Dhaka bekannt, bei dem 20 Ausländer und zwei Polizisten getötet wurden. Dem widersprach der Politiker jedoch: "Sie haben keine Verbindungen zum IS."

Bangladesch am Tag nach dem Terroranschlag
S. Petersmann, ARD Neu-Delhi
03.07.2016 10:41 Uhr

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Radikalisierung ist "Mode geworden"

Laut Innenminister Khan waren alle Angreifer gut ausgebildete junge Männer, die an der Universität studierten und überwiegend aus wohlhabenden Familien stammten. Keiner von ihnen sei auf eine islamische Hochschule gegangen. Gegen fünf der sieben Angreifer sei bereits früher wegen militanter Aktivitäten für die Extremisten-Gruppen JMB ermittelt worden. Auf die Frage, warum die Männer sich radikalisiert hätten, sagte Khan: "Es ist eine Mode geworden."

Die verbotene JMB wird von Bangladeschs Regierung immer wieder für Anschläge verantwortlich gemacht. In den vergangenen Wochen hatte es eine Reihe blutiger Angriffe auf säkulare Aktivisten, Blogger und Journalisten sowie Angehörige religiöser Minderheiten gegeben. Zu den meisten Angriffen bekannten sich der IS und der südasiatische Ableger des Al-Kaida-Netzwerks. Die Regierung bestreitet jedoch, dass ausländische Islamistengruppen in dem südasiatischen Land aktiv sind.

Mutmaßliche Islamisten töten mindestens 20 Menschen in Bangladesch
tagesthemen 21:50 Uhr, 02.07.2016, Gabor Halasz, ARD Neu-Delhi

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Ein Attentäter festgenommen

Bewaffnete hatten das Café am Freitagabend überfallen und dutzende Menschen stundenlang festgehalten. Sie ermordeten gezielt die Geiseln mit Macheten, die keine Koranverse zitieren konnten. Die meisten der 20 getöteten Geiseln stammen aus Italien und Japan. Die Italiener waren in Bangladesch in der Textilindustrie tätig, die Japaner waren als Entwicklungshelfer im Land. Spezialkommandos der Polizei beendeten die Geiselnahme am Samstagmorgen gewaltsam und töteten dabei sechs Angreifer. Die Polizei veröffentlichte die Namen und Fotos der sechs erschossenen Angreifer. Ein siebter Mann wurde festgenommen und verhört.

Mit Informationen von Sandra Petersmann, ARD-Studio Neu-Delhi

Dieser Beitrag lief am 03. Juli 2016 um 23:16 Uhr im Deutschlandfunk.

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