Menschen kümern sich um eine in Brand geratene Fabrik. | Bildquelle: REUTERS

Feuer in Verpackungsfabrik 20 Tote nach Explosion in Bangladesch

Stand: 10.09.2016 15:25 Uhr

Nach der Explosion eines Kessels in einer Verpackungsfabrik in Bangladesch sind mindestens 20 Menschen ums Leben gekommen, mehrere liegen schwer verletzt in Kliniken. Die Behörden befürchten noch viele weitere Todesopfer.

Von Jürgen Webermann, ARD-Studio Neu-Delhi

Auch Stunden nach der Explosion in der Verpackungsfabrik ist das genaue Ausmaß noch unklar. Denn noch sei es nicht möglich, alle Bereiche der Ruine zu betreten, sagte ein Feuerwehrsprecher. Das Gebäude erstreckt sich über fünf Stockwerke und ist teilweise eingestürzt. Ursache war offenbar ein defekter Kessel. Es habe eine gewaltige Explosion gegeben, berichteten Augenzeugen. Daraufhin habe sich das Feuer sehr rasch ausgebreitet - vermutlich auch, weil in der Fabrik entzündliche Chemikalien lagerten. In dem Gebäude 20 Kilometer nördlich der Hauptstadt Dhaka wurden Verpackungen für Tabak und Lebensmittel hergestellt.

Rund hundert Menschen waren in der Fabrik

Ob auch westliche Konzerne aktuell zu den Kunden zählten, ist bisher nicht geklärt. Der Fabrikbesitzer räumte lediglich ein, er wisse nicht, wann der defekte Kessel zuletzt überprüft worden sei. Insgesamt sollen sich rund hundert Menschen in der Fabrik aufgehalten haben.

Vor dem Gelände versammelten sich Angehörige. Ein Mann befürchtet Schlimmstes: "Ich suche nach meinem Bruder. Ich habe seit heute früh nichts von ihm gehört. Niemand weiß, wo er ist", sagt er. Die Feuerwehr schließt nicht aus, dass noch weitere Leichen aus der Brandruine geborgen werden.

Mindestens 23 Tote bei Explosion in Verpackungsfabrik
tagesschau 20:00 Uhr, 10.09.2016

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Eine Untersuchungskommission soll Klarheit bringen

Industrieunglücke kommen in Bangladesch häufig vor. Oft sind Textilfabriken betroffen. 2013 starben beim Einsturz eines Fabrikgebäudes in Dhaka mehr als tausend Menschen. Das betroffene Gebäude, das Rana Plaza, war als Geschäftshaus ausgelegt. Textilfabriken hätten dort gar nicht produzieren dürfen. Oft werden Fabriken auch bei Bränden zu Todesfallen, weil zum Beispiel Notausgänge versperrt sind. Die Sicherheitsvorkehrungen sind häufig ungenügend, auch wenn internationale Textilkonzerne inzwischen mehr Wert auf Sicherheit an ihren Produktionsstandorten in Bangladesch legen. Viele Fabriken wurden geschlossen, weil sie nicht den Sicherheitsstandards entsprachen.

Außerhalb der Textilbranche gibt es dagegen nur wenige Kontrollen. Fabrikbesitzern gelingt es zudem immer wieder, Inspektoren zu bestechen. Auch im aktuellen Fall gehen die Behörden davon aus, dass Vorschriften nicht eingehalten wurden. Eine Untersuchungskommission soll die Ursache des Unglücks klären.

Nach dem Fabrikbrand in Bangladesch
Jürgen Webermann, ARD Neu-Delhi
10.09.2016 14:53 Uhr

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