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In den überschwemmten Vororten Bangkoks mehren sich die Proteste der Bewohner. Dass die Behörden dem Schutz des Stadtzentrums Priorität einräumen, bringt die Menschen in diesen Bezirken auf die Barrikaden. Aus ihrer Sicht opfern die Behörden ihre Häuser für die Geschäfts- und Touristenviertel im Zentrum. Denn während das Zentrum der Hauptstadt vor den Fluten geschützt wird, stehen vor allem im Norden Bangkoks ganze Bezirke unter Wasser.
Die Menschen fordern, die Schleusentore weiter zu öffnen, um das Wasser schneller abzulassen. Einige von ihnen griffen sogar zur Selbsthilfe und begannen, Ablaufrinnen rund um die Schleuse auszuheben. Zum Schutz der Schleusentore wurden Militärpolizisten entsandt.
Bangkoks Gouverneur Sukhumbhand Paribatra erklärte, er könne nicht zulasten der Mehrheit den Forderungen einer Minderheit nachkommen. Ein Behördensprecher ergänzte, es sei "unmöglich", allen Betroffenen zu helfen. Die Stadt verfüge lediglich über eine begrenzte Zahl an Militärfahrzeugen und Booten. Es könne "nicht in allen Gassen drei Mal täglich Wasser und Nahrung verteilt" werden. Die Einwohner sollten sich die Lebensmittel stattdessen abholen. Bislang hätten sich einige geweigert, in die Notunterkünfte zu ziehen.
Die thailändische Regierung und die Stadtverwaltung von Bangkok sind beim Krisenmanagement zudem nicht einer Meinung. Während Ministerpräsidentin Yingluck Shinawatra am Montag anordnete, eine weitere Schleuse im Nordosten der Stadt zu öffnen, warnte Gouverneur Sukhumbhand vor den Folgen für andere Stadtbezirke und Industriegebiete.
Unterdessen wird die Lage in den überschwemmten Wohngebieten immer angespannter. Wasser und Lebensmittel werden knapp, die medizinische Versorgung ist sehr schlecht. Das Wasser beginnt trübe und faulig zu werden, es drohen Krankheiten. Die Menschen leiden zunehmend unter Durchfall und Entzündungen. Ratten, Schlangen und anderes Ungeziefer machen ihnen das Leben zusätzlich schwer. Laut den Behörden wird das Wasser allerdings frühestens in zehn Tagen abgeflossen sein.
Thailand erlebt seit etwa drei Monaten die heftigsten Regenfälle und Überschwemmungen seit Jahrzehnten; besonders betroffen sind der Norden und das Zentrum des Landes. Über 380 Menschen kamen bislang ums Leben, neun Millionen Menschen verloren ihre Bleibe. Tausende Fabriken mussten geschlossen werden.
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